Stapler - made in England

Linde schließt Lücke in der Lagertechnik

Im englischen Basingstoke hat die Entwicklung und Fertigung von Gabelstaplern Tradition. Bereits in den 50er Jahren wurde hier der weltweit erste Schubmaststapler produziert, Ende der 60er Jahre der erste Hochregalstapler. Und Linde, die 1989 das ehemalige Lansing Bagnall Werk übernahm, setzt nun diese Tradition fort. Mit einer Reihe neuer Schubmaststapler hat der Flurförderzeugriese mit Hauptsitz in Aschaffenburg sein Angebot im marktstrategisch wichtigen Segment der Lagertechnikgeräte komplettiert.

28. September 2003

In der Grafschaft Hampshire, etwa 70 Kilometer südwestlich von London, liegt Basingstoke. Basingstoke ist der Standort einer der traditionsreichsten europäischen Staplerschmieden. Seit 1947 gehört das als Lansing Bagnall Ltd. gegründete Werk zu den führenden Staplerproduktionsstätten Europas. Vor 14 Jahren wurde der Betrieb von Linde übernommen und einem großangelegten Investitionsprogramm unterzogen. Nach modernen und flexiblen Produktionsverfahren werden bei der Lansing Linde ltd. inzwischen rund 8.500 Fahrzeuge produziert. Dazu gehören neben Schleppern, Plattformwagen und elektrisch betriebenen Gegengewichtsstaplern im höheren Traglastenbereich vor allem sämtliche Linde-Schubmaststapler.

Die Staplerproduktion ist, ähnlich wie im Werk Aschaffenburg, in zwei Bereiche unterteilt. Im einen werden die Masten gefertigt, im anderen die Chassis nebst Komponenten. Erst in der Endmontage werden Mast und Chassis zusammengeführt. Diese Verfahrensweise erleichtert das Konfigurieren der Stapler entsprechend den Kundenbestellungen. Fertig montiert kommen die Stapler in die Endprüfung und werden intensiven Brems-, Geschwindigkeits- und Hubtests unterzogen.

Lücke geschlossen

Mit einer neuen Modellreihe von Schubmaststaplern hat Linde jetzt eine noch offene Lücke im Lagertechnikprogramm geschlossen. In enger Zusammenarbeit mit der „Zentrale“ in Aschaffenburg entstanden die Schubmaststapler Linde R14 S bis R20 S Active. Hatte Linde noch bis vor kurzem in ganzer Breite seiner Produktpalette auf die klassischen Nebenschlußtechnik gesetzt und die Drehstromvarianten ihrer Fahrzeuge nur auf speziellen Kundenwunsch angeboten, gehen die neuen S-Modelle nun standardmäßig mit Drehstrommotoren in den Markt. Das Antriebsaggregat der S-Stapler ist mit sechs Kilowatt über zehn Prozent stärker als die Nebenschlußvariante und erzielt neben einer dynamischeren Beschleunigung auch eine höhere Endgeschwindigkeit. Ein komplett geschlossenes Gehäuse schützt die wartungsfreien Fahr- und Hubmotoren und macht sie unempfindlich gegen Staub und Feuchtigkeit. Die hydraulische Allradbremsanlage mit selbst nachstellenden Trommelbremsen an den Lasträdern läßt den Stapler zuverlässig und sicher reagieren.

Die Triplex-Hubmasten reichen bis zu einer Ablagehöhe von 11,50 Meter und verfügen auch in dieser Höhe noch über hohe Resttragfähigkeiten. Mit nur zwei Hubzylindern ausgestattet, gewähren diese Masten eine gute Durchsicht. Die elektrische Rampencharakteristik mit sensorüberwachter Bewegung des Schubschlittens ermöglicht feinfühliges Positionieren der Last.

Ergonomisch und bequem zeigt sich der Fahrerarbeitsplatz des Schubmaststaplers. Für individuellen Bedienkomfort sorgen vielfältige Einstellmöglichkeiten des hochentwickelten Fahrersitzes (FJ berichtete in der Mai/Juni-Ausgabe, S. 24) und der Lenkkonsole.

Weitere Bausteine im Ergonomiekonzept sind die elektronische Steuerung aller Hubmastfunktionen über zwei in die Armlehne integrierte Zentralsteuerhebel für präzise Lastkontrolle und die patentierte rheologische Lenkung, durch die der Fahrer den Lenkwiderstand individuell über ein verschleißfrei arbeitendes Magnetfeld einstellen kann.

Mit der Doppelpedalsteuerung kann der Bediener ohne Umsetzen der Füße verzögerungsfrei die Fahrtrichtung wechseln und feinfühlig die Geschwindigkeit regulieren. Bei Neutralstellung der Pedale bremst das Fahrzeug selbständig ab. Kurze Betätigungswege und -kräfte entlasten den Fahrer und beugen einer vorzeitigen Ermüdung vor.

Die komplett geschlossene elektrische Steuerung, verschleißfreie, induktiv gehärtete Führungsschienen und die hydraulische Betriebsbremse lassen neben der robotergeschweißten Rahmenkonstruktion und den ohnehin wartungsarmen Drehstrommotoren hoffen, daß die Fahrzeuge die hohen Erwartungen und Ansprüche ihrer Entwickler und Anwender in punkto Langlebigkeit und Servicefreundlichkeit erfüllen.

„Compact“ für kleine Lasten

Neben den Modellen R14 S bis R20 S Active wartet Linde aber noch mit weiteren Neuigkeiten auf. In einer kompakten Ausführung für geringe Gangbreiten und Traglasten von 1,0 bis 1,4 Tonnen runden die Linde R10 C und R14 C das Programm nach unten ab, wobei das „C“ in der Typenbezeichnung für Compact steht. Den oberen Traglastenbereich von 2,5 Tonnen deckt der Linde R25 ab. Alle diese Modelle werden wahlweise mit Nebenschluß- oder Drehstromantrieb (S-Version) angeboten.

Erschienen in Ausgabe: 08/2003