Stöcklin für die Pasta – basta!

Lagerlogistik

Förder- und Lagertechnik - Nudelproduzent Pasta Zara hat einen hohen Qualitätsanspruch. Nicht nur was seine Produkte betrifft, sondern auch mit Blick auf die Logistik. Mit Stöcklin hat Zara einen Partner gefunden, der die logistischen Vorstellungen des Unternehmens in optimaler Weise umsetzt – mit viel Know-how und leistungsstarker Technologie.

19. März 2014

Was kocht wohl in einem Topf, der auf der Feuerstelle einer Jurte steht, durch die der kalte Wind der mongolischen Steppe pfeift? Das Gleiche wie in dem Topf, der auf einer heißen Herdplatte einer Hütte vor sich hin köchelt, die versteckt unter den Tannen eines kanadischen Waldes steht: hochwertige Nudeln aus Hartweizengries »made in Italy«.

Eine Folge der Globalisierung? Nein, viel einfacher. Es sind die Fähigkeiten eines Unternehmens, das logistisch in der Lage ist, die Köstlichkeiten Italiens selbst in die entferntesten Winkel dieser Welt zu bringen.

Pasta Zara wird bereits in vierter Generation von der Familie Bragagnolo geführt. Seine Grundwerte allerdings hat das Unternehmen bis heute beibehalten, ebenso übrigens wie die Region Treviso als Heimat von Pasta Zara. Von dort aus werden Kunden in 110 Ländern auf allen Kontinenten beliefert.

Produktives Dreieck

Ein bedeutender Standort von Pasta Zara ist seit 2002 der Ort Muggia bei Triest. Hier befinden sich eine Fertigung und die dazugehörige Logistik. Ein weiterer Produktionsstandort ist Rovato. Hauptsitz jedoch ist Riese Pio. Das Headquarter von Pasta Zara wurde 1965 als Eckpfeiler der damals eingeleiteten Modernisierung des Unternehmens eröffnet. Großen Wert legt Pasta Zara von jeher auf eine zeitgemäße Logistik. Bereits 1994 erfolgte die Automatisierung des Lagers in Riese. Wichtige Bestandteile dieses Prozesses waren ein automatischen Verpackungs- und Palettiersystem sowie die Einführung eines fahrerlosen Transportsystems. Immer im Fokus dabei: die vollständige Rückverfolgbarkeit der Produkte von Zara und ein Kundendienst auf höchstem Niveau.

Pasta Zara hat heute eine Produktionskapazität von mehr als 1.500 Tonnen Nudeln pro Tag. Dieser Ausstoß und eine Exportquote von 92 Prozent veranlasste das Unternehmen, seine Supply Chain zu überdenken, und zwar ausgehend von Riese, dem pulsierenden Herzen des Logistik- und Produktionsnetzwerks.

Rezept zur Automation

»Wir haben unser Vertrauen in die Automatisierung bekräftigt, um schnell und sicher arbeiten zu können, die Lagerungsräume zu optimieren und die personellen Arbeitsressourcen gut zu nutzen«, erklärt Umberto Bragagnolo, Vizepräsident von Pasta Zara. Damit sei man der Firmentradition gefolgt, die – so Bragagnolo – »schon immer sehr stark auf Innovation ausgerichtet war«. Mit Stöcklin Logistik habe man einen Partner gefunden, der zur Erreichung der logistischen Unternehmensziele einen maßgeschneiderten, auf die speziellen Anforderungen von Pasta Zara zugeschnittenen Automatisierungsplan vorgelegt habe.

»Das neue Lager«, so Umberto Bragagnolo, »beinhaltet die gesamte Technologie und Erfahrung, die wir im Laufe der Zeit erworben und weiterentwickelt haben.« Möglich wurde dies, weil Pasta Zara stets an der Planung seiner Logistik beteiligt war. Denn, so der Vizepräsident von Zara, »nur die Meinung derjenigen, die täglich mit den Arbeitsvorgängen zu tun haben, kann durch Analysen und Daten erarbeitete Theorien bestätigen.«

Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen von Pasta Zara und Stöcklin Logistik ist ein vollautomatisches, 5.000 Quadratmeter großes Lager mit neun Ebenen und Platz für 24.150 Paletten. Die Anlage arbeitet mit acht automatisch gesteuerten Regalbediengeräten, die für Ladeeinheiten bis zu einem Gewicht von 1.250 Kilogramm ausgelegt sind. Am Ende der Fertigungsstrecke werden die Produkte von einem robotergesteuerten System auf Palletten gepackt. Ab diesem Prozess-Schritt kümmert sich eine LGV-Flotte (LGV steht für Laser Guided Vehicle) darum, dass die Ware zum Eingang des automatisierten Lagers befördert wird. Über ein Conveyorsystem gelangen die einzelnen Paletten zu einer Kontrollstation, die deren Profil, Gewicht, Form und Etikett überprüft.

Dann werden die Paletten mittels Aufzug auf eine Transferebene verbracht, danach zu einem automatischen Bodenbahnsystem mit motorisierten Transportwagen, die sie zu den Übernahme-Förderbändern der Regalbediengeräte bringen.

Die Einlagerungsstrategie wird durch das Lagerverwaltungssystem (LVS) – basierend auf den Lagerrotationsprinzipien der einzelnen Produkte – definiert und folgt der Logik einer sinnvollen Aufteilung des Lagerbestands mehrerer Gassen.

Gelungenes Gericht

Die von der Orderverwaltung herausgegebenen Aufträge erzeugen Auslagerungsaufträge für jedes der acht Regalbediengeräte, welche die entnommenen Paletten (bis zu 300 pro Stunde) zum Ausgangsbereich befördern. Der Systemkreislauf mit 25 motorisierten Transportwagen, die entlang der Lagerseiten fahren, verteilt die Ware automatisch auf zwölf doppelte Ausgangsbahnen, die sich gegenüber der zwölf Lkw-Verlade- und Speditionsrampen in Riese befinden.

Der Warenübergang von den Ausgangsbahnen der Anlage hin zu den wartenden LKWs erfolgt mittels elektrischer Transporthubwagen. Jeder Übergang einer Ladungseinheit in den dafür vorgesehenen Lkw wird über automatische, durch Strichcode gesteuerte Identifizierungssysteme kontrolliert.

Das von Stöcklin Logistik gelieferte Hochregallager von Pasta Zara arbeitet 24 Stunden pro Tag. Damit wird die Arbeit der Logistik-Mitarbeiter, die in einer Zehn-Stunden-Schicht beschäftigt sind, bereits vorbereitet.

Auf diese Weise sind die Beschäftigten in der Lage, bis zu zehn Sattelschlepper in der Stunde abzufertigen. Und das ist noch nicht alles. Dazu Umberto Bragagnolo: »Zusätzlich zu der Zeit- und Kostenoptimierung überzeugt das neue Lager auch durch hohe Zuverlässigkeit.«

An morgen denken

Wichtig auch: Das neue Lager ist derzeit nur zu 50 bis 55 Prozent genutzt, ist also so konzipiert, dass es dem nächsten Wachstumsschub von Pasta Zara mühelos standhält, und das bei hoher Transparenz. »Unsere Supply Chain, so Umberto Bragagnolo, kennt keine Schattenbereiche. Wir verfügen über eine komplette Rückverfolgbarkeit – von den Rohstoffen bis hin zum Versand –, ohne auch nur die Primärverpackung auszulassen. Weil wir viel im Ausland operieren«, erklärt er weiter, »haben wir ständig mit strengen Richtlinien zu tun und nehmen neue Bestimmungen oft vorweg. Dabei sind wir immer bereit, unser spezifisches Know-how zu teilen. Über GS1 betreiben wir Networking und sind seit Jahren im Rahmen von Kodifizierungsprojekten tätig, um eine noch einheitlichere Kodifizierung zu erreichen. Ziel ist eine universelle Etikettierung.«

Eine der vielen Besonderheiten der Logistikanlage von Pasta Zara ist, dass an jeder Verladerampe ein spezielles BCR-Lese-Gate angebracht ist. Es überprüfen die Beladung des jeweiligen LKWs beziehungsweise Containers auf Korrektheit.

Um den hohen Anforderungen der Logistik-Anlage entsprechen zu können, setzt Pasta Zara auch beim Lagerverwaltungssystem (LVS) auf Stöcklin-Kompetenz. Das System steuert auf optimale Weise die Paletten-Transportanlage, die automatischen Regalbediengeräte und die motorisierten Transportwagen.

Geschmack von Effizienz

Um den Einsatz von Papier zu begrenzen, werden bei Pasta Zara für logistische Zwecke keine klassischen Papieretiketten verwendet. Stattdessen erfolgt die Identifizierung mittels aufgedruckter Etiketten, die mit einem besonderen Harz direkt auf den Verpackungskarton aufgebracht sind. Umweltfreundlich sind auch die Werke von Pasta Zara. Für grüne Energiegewinnung sind sie mit einer Anlage für Sekundär-Energiegewinnung und mit Fotovoltaiksystemen ausgestattet. Derweil bewegt Zara sich weiter in Richtung Zukunft. Umberto Bragagnolo: »An unserem Standort Muggia/Trieste wollen wir ein automatisiertes Hochregallager schaffen, das Platz für 66.000 Paletten bietet.« Aus gutem Grund, wie Bragagnoloa berichtet: »In den letzten 15 Jahren hat unsere Teigwarenherstellung Produktion und Umsatz verdreifacht.« Und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen.

Daten & Fakten

Stöcklin bietet Lösungen für die innerbetriebliche Logistik. Dazu werden in einer eigenen Produktion Produkte bis hin zu Gesamtsystemen der Intralogistik entwickelt.

Eine besondere Stärke des Unternehmens ist die Funktion als Generalunternehmer für den kompletten Intralogistikbereich.

Erschienen in Ausgabe: 02/2014