Kennzeichnung

Sweet like chocolate

Toffifee, Merci, Knoppers und Nimm2: Die August Storck KG optimiert die Distribution ihrer Produktleckereien in Halle und Ohrdruf mit Kennzeichnungstechnik von Rea Label.

13. Februar 2019
Sweet like  chocolate
Storck exportiert seine Marken wie Nimm2 in mehr als hundert Länder. (Bild: © Rea)

Storck gehört zu den zehn größten Süßwarenherstellern der Welt und exportiert seine Produkte in mehr als hundert Länder. Dank moderner Logistikzentren an den Produktionsstandorten im westfälischen Halle und thüringischen Ohrdruf kann das Unternehmen in Europa einen 24-Stunden-Lieferservice anbieten.

Komplexe Ausgangslage

Um schnell und flexibel auf die Anforderungen der Märkte reagieren zu können, werden nach Angaben des Unternehmens alle Prozesse fortlaufend optimiert. Zuletzt stand neben der Neuorganisation der Lieferkette auch die Aktualisierung der Kennzeichnungstechnik auf dem Programm. Um den Transport und die Kennzeichnung von Paletten zu automatisieren und manuelle Eingriffe zu reduzieren, sollten in den Hochregallagern in Halle und Ohrdruf neue Palettenetikettierer am Übergang zur Verladehalle integriert werden. Für die Durchführung gab es einen engen Zeitrahmen: Die Installation musste bei laufendem Betrieb stattfinden und das standortübergreifende Projekt vor der Hochphase für das Weihnachtsgeschäft abgeschlossen sein.

Angesichts dieser Herausforderung überließ Storck nichts dem Zufall: Das Unternehmen gab eine umfassende Marktsichtung inklusive Anbietervergleich in Auftrag und holte ein Projektteam der FH Bielefeld mit ins Boot, um verschiedene Lösungsansätze zu prüfen. Die Entscheidung fiel schließlich auf Palettenetikettierer des Herstellers Rea Label.

Hintergrund

Rea Jet entwickelt und produziert Kennzeichnungs- und Codiersysteme für die berührungslose, industrielle Beschriftung. Zum Portfolio gehören Tintenstrahldrucker, Laser- und Signiersysteme sowie Tinten und Verbrauchsmittel. Rea Label entwickelt und produziert Etikettierlösungen.

Rea Jet und Rea Label sind Geschäftsbereiche der 1982 gegründeten Rea Elektronik GmbH mit Sitz in Mühltal bei Frankfurt am Main. Das inhabergeführte Unternehmen beschäftigt über 400 Mitarbeiter.

Normgerechte Kennzeichnung

Trotz knapper Deadline wurden an beiden Standorten fristgerecht jeweils acht Palettenetikettierer am Übergang vom Hochregallager zur Verladehalle implementiert. An dieser Stelle werden Paletten über vier Fahrstuhlschächte auf eine Transportanlage mit acht Bahnen verteilt. Anschließend werden sie im Stillstand dreiseitig auf der Längs-, Stirn- und Rückseite etikettiert. Eine servomotorische Höhenverfahrung ist nicht erforderlich. Die Daten zu jeder Palette werden per Profibus-Schnittstelle von der Fördertechnik an die jeweilige Etikettiereinheit übermittelt, Abmessungen und Kanten erkennt der Palettenetikettierer automatisch. Damit werden die in den GS1-Normen genannten Positionen für Etiketten eingehalten. Bei dreiseitiger Etikettierung können pro Stunde bis zu 80 Paletten abgefertigt werden. Die Labels enthalten produkt- und auftragsspezifische Daten für Speditionen und Kunden, wie Routeninformationen, Gewicht, Mindesthaltbarkeitsdatum und Artikelnummer.

Die Unternehmen berichten, dass die Palettenetikettierer reibungslos in den Logistikprozess integriert wurden und im täglichen Betrieb einfach zu steuern sind: Sie arbeiten vollautomatisch und werden dezentral überwacht, alle Meldungen werden visualisiert. Die Bedienung kann alternativ auch an der Linie über ein integriertes Terminal mit beleuchtetem LCD-Klarschrift-Display und Touch Panel erfolgen. Darüber hinaus verfügt jedes System über eine dreifarbige Stableuchte, die den jeweiligen Betriebsstatus anzeigt.

Ins LMS eingebunden

Industrie 4.0 im Blick: Die Schnittstellenprogrammierung für die Datenkommunikation ermöglicht die Eingliederung der Palettenetikettierer in die bestehende Infrastruktur und die Anbindung an das Lagermanagementsystem (LMS) von Storck. Die just in time benötigten Druckdaten werden vom übergeordneten LMS-System direkt an die Palettenetikettierer übertragen. Die Etiketten werden inline gedruckt und anschließend normgerecht appliziert. Die Schnittstelle Fördertechnik zu Etikettierer wurde über eine DP/DP-Kopplung realisiert, auch die sicherheitsrelevanten Signale werden digital verarbeitet.

Der automatische Datenaustausch ist bei Rea Label ebenso Teil der Lösung wie eine große Auswahl an Thermo-Transfer-Druckmodulen. Daher können auch spezielle Kundenwünsche umgesetzt werden, berichtet das Unternehmen. Durch Verwendung hochwertiger Komponenten und die integrierte, frei programmierbare SPS-Steuerung können laut Rea die Systeme variabel konfiguriert werden. Die Geräteumhausung schützt vor Staub, falls nötig sorgt eine Heizung oder Klimaanlage für die optimale Betriebstemperatur. Die Palettenetikettierer sind auch in Edelstahlausführung erhältlich und im Kühlbereich bis minus 24 Grad Celsius einsetzbar.

Zufriedenheit beim Kunden

Bei Storck ist man mit den Palettenetikettierern sehr zufrieden: »Wir haben eine leistungsstarke, zukunftsfähige Lösung gefunden, die wir bedarfsgerecht an aktuelle und künftige Vorgaben anpassen können. Damit können wir schneller und flexibler auf den Markt reagieren als bisher«, berichtet Frank Müller, Leiter des Logistikzentrums in Halle.

Erschienen in Ausgabe: 01/2019
Seite: 54 bis 55