Wer regelmäßig online bestellt oder Pakete verschickt, kennt den nervösen Blick in die Sendungsverfolgung. Besonders bei internationalen Sendungen (oft via DHL oder DHL eCommerce) taucht früher oder später der Status auf: „The shipment has been processed in the parcel center of origin“ (auf Deutsch etwa: „Die Sendung wurde im Start-Paketzentrum bearbeitet“).
Oft bleibt der Statusbalken genau an dieser Stelle stehen – manchmal für Stunden, manchmal für Tage. Viele Empfänger werden unruhig: Hängt das Paket fest? Ist es verloren gegangen? Oder liegt es beim Zoll? In diesem Artikel erklären wir, was genau in diesem Moment mit deinem Paket passiert und warum dieser Status oft der Beginn einer längeren Wartezeit sein kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Startschuss: Dieser Status bestätigt, dass das Paket vom Absender erfolgreich an den Logistikdienstleister übergeben wurde und den ersten maschinellen Sortiervorgang im Start-Paketzentrum durchlaufen hat.
- Die „Dunkelphase“: Nach diesem Scan folgt oft eine längere Pause im Tracking, da das Paket nun auf den Haupttransportweg (Lkw, Flugzeug oder Schiff) in Richtung des Ziellandes oder der Zielregion geht.
- Kein Grund zur Sorge: Ein Stillstand von 2 bis 5 Tagen an diesem Punkt ist bei internationalen Sendungen völlig normal und deutet nicht auf einen Verlust hin.
Die Anatomie des Status: Wo ist das Paket physisch?
Um den Status zu verstehen, muss man die Logistikkette kennen. Ein Paket durchläuft grob drei Stationen:
- First Mile: Abholung beim Absender/Einlieferung in die Filiale.
- Start-Paketzentrum (Center of Origin): Hier wird sortiert.
- Hauptlauf (Line-Haul): Der Transport zum Zielort.
- Ziel-Paketzentrum: Die letzte Sortierung vor der Zustellung.
Der Status „processed in the parcel center of origin“ bedeutet, dass Schritt 2 abgeschlossen ist. Das Paket liegt nicht mehr im Lkw des Abholers und auch nicht mehr in der Filiale. Es ist über die Förderbänder des ersten großen Logistikzentrums gelaufen, wurde gewogen, gemessen und gescannt.
Physisch befindet es sich jetzt meist in einem großen Gitterrollwagen oder Container und wartet darauf, auf einen Lkw oder in einen Luftfracht-Container verladen zu werden, der es in Richtung Zielgebiet (oder zum Export-Zentrum) bringt.
Warum das Tracking hier oft „einfriert“
Dies ist der Punkt, der für den meisten Frust sorgt. Warum passiert nach diesem Scan oft tagelang nichts?
1. Warten auf Vollständigkeit (Konsolidierung)
Logistik funktioniert nur effizient, wenn Transporter voll sind. Ein Lkw fährt nicht von Hamburg nach München (oder ein Flugzeug von Frankfurt nach New York), nur weil ein Paket fertig ist. Das Paket wartet im „Center of Origin“, bis genügend Sendungen für dieselbe Zielregion zusammengekommen sind.
2. Der lange Weg zum nächsten Scanner
Nach dem „Origin“-Scan folgt oft der längste Reiseabschnitt.
- Inland: Ein Lkw braucht von Hamburg nach München eine Nacht. Der nächste Scan erfolgt erst bei Ankunft im Zielzentrum.
- International: Hier ist die Lücke noch größer. Wenn ein Paket von Deutschland in die USA geht, ist der nächste Scan oft erst die Ankunft im Export-Zentrum (z. B. IPZ Frankfurt) oder sogar erst die Ankunft im Zielland. Dazwischen liegt der Transport, der Tage dauern kann, ohne dass jemand das Paket scannt.
3. Übergabe an Partner
Bei internationalen Sendungen wird das Paket nach dem „Parcel Center of Origin“ oft an eine andere Sparte übergeben (z. B. von DHL Paket an DHL Global Mail oder an eine Airline). An diesen Schnittstellen haken die IT-Systeme manchmal, und Updates erfolgen verzögert.
Der Unterschied: National vs. International
Die Bedeutung der Wartezeit hängt massiv vom Zielort ab.
- Nationale Sendung (z. B. Berlin nach Köln): Wenn der Status „processed in the parcel center of origin“ länger als 48 Stunden unverändert bleibt, ist das ungewöhnlich. Hier könnte eine Fehlleitung oder Beschädigung vorliegen.
- Internationale Sendung (z. B. Deutschland nach China/USA): Hier ist Geduld gefragt. Es ist völlig normal, dass dieser Status 3 bis 7 Tage (bei Seefracht sogar Wochen) stehen bleibt. Das Paket ist „unterwegs“, aber es befindet sich in einem toten Winkel der Sendungsverfolgung (im Container, auf dem Schiff, im Flugzeug).
Wann sollten Sie aktiv werden?
Da dieser Status technisch gesehen eine erfolgreiche Bearbeitung signalisiert, bringt Panik wenig.
- Ruhe bewahren: Geben Sie dem Paket Zeit. Innerhalb Deutschlands mindestens 3 Werktage, innerhalb der EU 5 Werktage, international bis zu 10 Werktage.
- Tracking-Alternativen nutzen: Bei internationalen Sendungen lohnt sich oft der Blick auf die Seite des ausländischen Zustellers (z. B. USPS in den USA oder La Poste in Frankreich). Manchmal ist das Paket dort schon gescannt worden, während das ursprüngliche Tracking noch hängt.
- Nachforschungsauftrag: Erst wenn sich der Status deutlich über die genannten Fristen hinaus nicht ändert (z. B. 10 Tage Stillstand bei Inlandspaketen), sollte der Absender (nicht der Empfänger!) einen Nachforschungsauftrag stellen.
Fazit
Der Status „The shipment has been processed in the parcel center of origin“ ist eine gute Nachricht. Er bedeutet: Das Paket ist sicher im System, wurde korrekt sortiert und ist auf dem Weg. Dass danach Funkstille herrscht, ist kein Fehler im System, sondern der logistischen Realität geschuldet, dass Pakete auf Autobahnen und in Flugzeugen nicht gescannt werden können
