Treffliche Technik

Warehousing Flurfrei durch die Lagergasse? Transfaster-Technologie macht’s möglich. Die Westfalia-Tochter Transstore stellte das innova-tive System im Rahmen eines von GMP veranstalteten Workshops vor.

03. April 2007

Kernthema des Ravensberger Workshops mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft war das »Supply Chain Management im Wandel der Märkte« und die damit verbundene Frage, ob die sich verändernden Gegebenheiten neue Konzepte und Produkte erfordern. Eines dieser Konzepte ist die Transfaster-Techno-logie. Als Alternative zu bodengeführten Regalbediengeräten seinerzeit von Dreier Systemtechnik angeboten, liegen die Lizenzrechte für den Transfaster inzwischen bei der Westfalia-Tochter Transstore. Bereits im Einsatz ist die Transfaster-Technologie bei der Gebrüder Kunze GmbH in Gelenau. Das Unternehmen, das sich in den letzten Jahren vom Formschraubenproduzenten zum Fließpressteilehersteller entwickelt hat und vorrangig die Zulieferindustrie der Automobilbranche beliefert, arbeitet nach einem Konzept, das die Integration des Lagers in die Produktionseinheit vorsieht. Ziel ist die effizientere Gestaltung der logistischen Prozesse - mit dem Transfaster zum Beispiel. Als Alternative zu bodengeführten Regalbediengeräten hatte Dreier Systemtechnik die Bedienung des Lagers mittels flurfreien Geräten auch im Falle der Gebrüder Kunze GmbH vorgeschlagen. Im Mai 2004 erhielt Dreier den Zuschlag für zwei Transfaster inklusive Steuerung sowie für den gesamten Stahlbau. Als Generalunternehmer fungierte das Haus Ecolog.

Vollautomatisches Lager

Realisiert wurde ein vollautomatisches Paletten- und Behälterlager in der Mitte der Produktionshalle. Die Regalanlage von 57 m Länge, 10 m Breite und 7 m Höhe besteht aus zwei Lagergassen mit sieben Fachebenen. Das Lager verfügt über 3.000 Stellplätze für Europaletten und Schäferboxen mit einem Maximalgewicht von 800 kg. Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten des flurfreien Lagerbediengeräts Transfaster war die hohe Warehouse-Verfügbarkeit von 98,5 Prozent gewesen. Da die Lagergasse unverbaut geblieben ist, besteht bei Bedarf auch die Möglichkeit, das -Lager mit Staplern zu befahren. Somit ist selbst bei Wartungs- und Installationsarbeiten die hundertprozentige Auslagerfähigkeit gewährleistet.

Wichtig war bei der von Gebrüder Kunze gewählten Konzeption auch, alle Unternehmensbereiche zu einer Einheit zusammenzufügen, was heißt, dass beide Teile der Produktion auf einfachem Weg erreichbar sein sollten. Eine Querverbindung für Personenverkehr wurde direkt in die Regalanlage integriert. Der Durchgang mit einer Höhe von 2,70 m und einer Breite von 2,50 m führt quer durch die beiden Gassen und ist über Schutzgitter vom restlichen Lager abgegrenzt.

Sicher und effizient unterwegs

Um über den Durchgang fahren zu können, zieht der Transfaster die Hubplattform ein und überbrückt so das Hindernis ohne zusätzlichen Aufwand. Für die präzise und sichere Bewegung des Transfasters sorgt eine speziell entwickelte und mehrfach patentgeschützte Bahnkurvenberechnung. Die Steuerung des Geräts basiert auf Simatic S7 mit Zusatzkarte FM 458. Das Modul für die Bahnkurvenberechnung ist der SPS 100 überlagert. In die Steuerung ist zudem eine Geschwindigkeitsüberwachung integriert, um die Vorzonen und die Durchgänge zu sichern.

Bei dem von GMP München veranstalteten Ravensberger Workshop »Supply Chain Managements im Wandel der Märkte« wurde erörtert, welche Chancen die neue Automatisierungstechnik von Hochregallagern in sich birgt. Prof. Dr. Wolf-Michael Scheid von der TU Ilmenau betonte, die Entscheidung zwischen den angebotenen Alternativen sei nach wie vor abhängig von den jeweiligen Anforderungen des Lagerbetreibers und von den Möglichkeiten, diese Anforderungen umzusetzen. Dr. Mirko Doerk von der Transstore GmbH in Erding dagegen ging dezidiert auf die Transfaster-Technologie ein und stellte deren positive Möglichkeiten heraus. Erich Dreier von der Dreier Solutions GmbH in Kleinlützel fasste seine Ausführungen über den Transfaster so zusammen, dass diese Technologie immer dann eingesetzt werden sollte, wenn ihr besonderer Vorzug - sprich: Flexibilität - verlangt wird.

Hochkarätige Referenten

Weitere Referenten im GMP-Workshop waren Staffan Nordström (IE-Group Zürich) Prof. Dr. Spengler (TU Braunschweig) und Ralf Köhne (Westfalia Storage Systems).

Transstore

Promoter für ein viel versprechendes Produkt

Transstore, jüngste Tochter der Westfalia-Gruppe, hat ihren Sitz in Erding bei München. Geschäftsführender Gesellschafter ist der logistik-erfahrene Entwickler und Berater Dr. Mirko Doerk. Neben traditioneller Lager- und Fördertechnik bietet das Haus Transstore den Transfaster als eines seiner Hauptprodukte an. Damit übernimmt die GmbH im Oberbayerischen innerhalb der Westfalia-Gruppe die Rolle des Promoters für die Transfaster-Technologie.

Erschienen in Ausgabe: 02/2007