Umbau im Betriebszustand

Ein Kommissionierer wandert jedes einzelne Regal mit einer Pickliste ab, während in einer Extraliste aufgeführte Produkte aus dem Hochregallager geholt werden müssen. Das ist genauso uneffizient, wie es sich anhört. Deswegen entschloß sich die Adler-werk-Lackfabrik für eine Modernisierung ihres Hochregallagers.

13. Februar 2002

In den späten 90er Jahren wuchs das Angebotssortiment der Adler-Werk Lackfabrik im Tiroler Unterinntal derart, daß über eine neue Lagerorganisation nachgedacht werden mußte. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde nach dem zeitaufwendigen und oft fehlerhaften System „Mann zur Ware“ kommissioniert. Ein neues vollautomatisches Hochregallager sollte die entstandenen Platzprobleme bewältigen und ein effizienteres Kommissionieren ermöglichen. Mit der Durchführung des Projektes wurde das Ingenieurbüro Gutweniger Logistik betraut. LTW, TGW und Salomon Automation lieferten die entsprechenden Puzzlestücke des Gesamtwerkes. Die Besonderheit des Projekts bestand darin, daß während des Umbaus der Betrieb des Lagers weitergehen mußte.

Umbauphase Eins bis Drei

Zunächst wurde an den bestehenden Lagerbau angebaut, um weitere 3.100 Stellplätze zu gewinnen. Die drei Regalgassen von Schäfer sind mit verstellbaren Regalhöhen ausgestattet. Nach ihrer Installation setzte LTW die 15 Meter hohen Regalbediengeräte ein. Anschließend montierte TGW die anteilige Fördertechnik, und die neuen Gassen konnten in Betrieb genommen werden - allerdings zunächst nur mit alter EDV.

In der zweiten Phase wurden drei weitere Gassen aus dem bestehenden Hochregallager ausgeräumt, Produkte in die bereits fertigen Gassen umgelagert und wieder neue Regalbediengeräte eingesetzt.

Die dritte Phase, im Zuge derer die letzten bestehenden fünf Gassen umgebaut wurden, war problematisch. Aus Platzmangel staute sich die Ware bis in die Produktion. Für Zukaufprodukte mußte ein eigenes Zelt aufgebaut werden. Trotz dieser Schwierigkeiten erfolgte der Umbau termingerecht. Danach wurde die Kommissionierbühne erweitert und die Schnittstelle zum Salomon Wamas-Lagerleitsystem in Betrieb genommen.

Vom Lager in den LKW

Das System ist nun vollkommen auf „Ware zum Mann“ umgestellt. Die zehn Regalbediengeräte versorgen am Kopf der Regalgassen die TGW-Fördertechnik mit Paletten. Diese werden via Rollenbahn, Umsetzer und Palettenlift aus der Produktion ins Lager und von dort zu den Kommissionierplätzen gebracht. Auf den dafür nötigen Förderbrücken ist einiges Verkehrsaufkommen zu bewältigen: Schließlich werden bei Adler an die 320 Paletten pro Schicht zur Lieferung bereitgestellt.

An den vier Kommissionierplätzen werden die Paletten empfangen und die vorgeschriebene Menge entnommen. Hierbei sortiert die Wamas-Software die Anlieferung nach Gebindegrößen und checkt die zu nutzenden Rollenbahnen, um eine annährend gleiche Beschickung zu gewährleisten.

Erschienen in Ausgabe: 10/2001