Umschlagterminal eröffnet

In Rajin (Nordkorea) ist das neue Umschlagterminal feierlich eingeweiht worden, was den Beginn des Güterverkehrs über den Eisenbahngrenzübergang Chassan (Russland) – Tumangan (Nordkorea) markierte.

30. Juli 2014

An der Zeremonie nahmen der Präsident der RZD AG Wladimir Jakunin, der nordkoreanische Eisenbahnminister Chon Kil-su, der Chef der Fernöstlichen Eisenbahn Michail Saitschenko sowie Vertreter der Behörden und der internationalen Wirtschaft teil.

Wie Wladimir Jakunin anmerkte, endet mit der Eröffnung des neuen Terminals die Pilotphase des Rekonstruktionsprojekts der Transkoreanischen Eisenbahn.

„Heute sind wir Augenzeugen der Beladung des ersten Schiffs mit russischer Kohle. Wir glauben fest daran, dass eine Zeit kommen wird, wenn in der Reede des Hafens Rajin die Flaggen aller Herren Länder aufgezogen sein werden“, betonte er.

Der Präsident der RZD AG brachte seine Dankbarkeit an die Adresse der nord- und südkoreanischen Partner für die geleistete Zusammenarbeit zum Ausdruck.

Der nordkoreanische Eisenbahnminister Chon Kil-su dankte der RZD AG für die Zusammenarbeit und beglückwünschte alle Partner, Eisenbahner und Bauarbeiter zur erfolgreichen Eröffnung des neuen Terminals. Das gemeinsame Infrastrukturprojekt habe die Zusammenarbeit zwischen den Ländern auf eine neue Ebene gehoben.

„Mit der Eröffnung des Umschlagterminals im Hafen Rajin wurde ein neuer länderübergreifender Verkehrskorridor geschaffen, der Europa und Asien verbindet und seinen Teil zur wirtschaftlichen Entwicklung der Länder beiträgt“, erklärte Chon Kil-su.

Die Arbeiten wurden vom russisch-koreanischen Joint Venture RasonKonTrans ausgeführt, einem gemeinsamen Unternehmen der RZD-Tochter Die Publikumsgesellschaft "Handelshaus " RZD" und des Hafens Rajin.

Das Terminal stellt einen modernen High-Tech-Multifunktionskomplex dar und kann bis zu 5 Mio. Tonnen Güter pro Jahr abfertigen. In der ersten Etappe ist auf der Verbindung zum Hafen Rajin der Transport von Kohle und anderer loser Fracht vorgesehen.

Neben der Umladung und Lagerung ist auch die magnetische Reinigung der Kohle von Metallen und ihre Sortierung im Einklang mit dem konkreten Auftrag des Kunden je nach Qualität der verladenen Güter geplant.

Im Rahmen des internationalen Besuchs fand ein bilaterales Arbeitstreffen statt, bei dem der Präsident der RZD Wladimir Jakunin und der Eisenbahnminister Nordkoreas Chon Kil-su die Perspektiven der weiteren Zusammenarbeit erörterten.

Gegenwärtig arbeiten die RZD AG und ein Konsortium südkoreanischer Unternehmen (POSCO, HMM, KORAIL) gemeinsam an einem Mechanismus für eine trilaterale Zusammenarbeit, die künftig die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des durchgängigen Eisenbahnverkehrs auf der koreanischen Halbinsel und dessen Anbindung an die Transsibirische Eisenbahn schaffen soll.

Am 16. März 2006 war in Wladiwostok das Protokoll eines Arbeitstreffens der RZD-Präsidenten Wladimir Jakunin und des nordkoreanischen Eisenbahnministers Kim Yong-sam zur Rekonstruktion der Strecke Chassan – Tumangan – Rajin unterzeichnet worden. Es sah die Finanzierung der Projektdokumentation und der Rekonstruktion der Eisenbahninfrastruktur auf dem Abschnitt Chassan – Tumangan – Rajin vor.

Die Rekonstruktion der Bahnstrecke Chassan – Rajin begann im Oktober 2008 mit der feierlichen Verlegung des ersten Gleisbettsglieds an der Station Tumangan. Im Zuge der Realisierung des Projekts wurden 65,8 km Schienenweg, 9 Bahnstationen, 3 Tunnel und 30 Brücken rekonstruiert, 50,4 km Magistralkabel und 50,4 km Lichtleitkabel verlegt sowie 49,6 km Kabelnetz zur elektronischen Streckenregulierung. Im September 2013 wurde der Eisenbahnabschnitt Tumangan – Rajin für den Dauerbetrieb freigegeben.

Zunächst sollte im Hafen Rajin ein Containerterminal für den Umschlag von 100.000 20-Fuß-Containers pro Jahr gebaut werden, doch im Zusammenhang mit Veränderungen bei der Konjunktur im Güterverkehr und bei der Struktur der Fracht wurde gemeinsam beschlossen, gleichfalls Infrastruktur für den Umschlag von losen Gütern zu bauen.

Das neue Umschlagterminal erlaubt es, das Frachtaufkommen auf der Transsibirischen Eisenbahn um 5 Mio. Tonnen lose Fracht oder bis zu 100.000 Container pro Jahr zu erhöhen.