Tiefkühl, Trucks und Thermotore

Rampe Im erweiterten Zentrallager Wiefelstede von Edeka Minden-Hannover kommen Tore, Türen und Verladetechnik von Hörmann zum Einsatz. Vier Temperaturzonen erfordern besondere Maßnahmen zur Isolierung des Lagers während des Be- und Entladens der Lkw.

27. Mai 2019
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Hydraulische Vorschub-Ladebrücken gleichen Höhenunterschiede zwischen Rampen und Ladefläche aus. (© Hörmann)

Temperaturunterschiede von über 60 Grad: Während der Hitzewelle im vergangenen Jahr gehörten solche Werte im Edeka-Zentrallager in Wiefelstede bei Oldenburg zum Alltag.

Thermo-Vorsatzschleusen bringen Besonderheiten

Fünf der rund 150 Verladestellen des zur Regionalgesellschaft Edeka Minden-Hannover zugehörigen Tiefkühl- und Frischelagers grenzen direkt an den Tiefkühlbereich und wurden deshalb mit spezieller Technik versehen. Am auffälligsten sind die Thermo-Vorsatzschleusen mit doppelwandigen, 80 Millimeter dicken Sandwichpaneelen als Seitenwände.

Die Vorsatzschleusen vom Typ LHP 2 Thermo stammen ebenso wie fast alle übrigen Tore und Türen sowie die gesamte Verladetechnik von Hörmann. »Wir konnten bereits in den älteren Gebäuden unseres Logistikstandorts mit Hörmann gute Erfahrungen sammeln«, erklärt Betriebsleiter Frank Sammann. Zudem hatte auch der mit dem Bau beauftragte Generalunternehmer das Familienunternehmen als Hauptlieferanten empfohlen.

»Im Warenausgang setzen wir fast ausschließlich unsere eigenen, standardisierten Lkw ein.«

— Frank Sammann, Betriebsleiter Edeka

Tor-Abdichtungen passen sich der Größe des Lkw an

Auf die übrigen Komponenten abgestimmt sind etwa die aufblasbaren Torabdichtungen vom Typ DAS-3. Zwar herrscht nicht im gesamten Gebäude sibirische Kälte, aber neben dem Tiefkühlsektor beherbergt das Lager auch noch Kühlbereiche für Obst und Gemüse (9–10 Grad Celsius), Fleisch und Wurst (0–2 Grad Celsius) sowie Feinkost (6–7 Grad Celsius).

Die dreiseitig aufblasbaren Torabdichtungen passen sich den unterschiedlichen Lkw-Größen an und verhindern so weitestgehend das Eindringen von Wärme. Erst nach dem Andocken des Lkw und mit dem Öffnen des Tores bläst ein Ventilator die Torabdichtung um das Fahrzeug herum auf und dichtet damit den Laderaum binnen weniger Sekunden vollständig ab, ohne den Bewegungsbereich der Türen einzuschränken. Nach dem Verladevorgang und dem Schließen des Sectionaltors ziehen sich die Kissen durch innen liegende Spannseile und Gegengewichte schnell wieder zurück. Auch bei den rund 150 Industrie-Sectionaltoren stand eine möglichst gute Wärmedämmung im Vordergrund. Hier fiel die Wahl auf doppelwandige Stahl-Lamellentore vom Typ SPU 67 Thermo, die mit einer Bautiefe von 67 Millimetern den Temperaturverlust an den Toröffnungen minimieren sollen.

Spezielle Verladephilosophien im Warenein- und -ausgang

Eine Besonderheit sind die unterschiedlichen Verladephilosophien im Warenein- und Warenausgang im Edeka-Lager. Während sich die 45 Überladebrücken im Wareneingang an die unterschiedlichsten Lkw-Größen anpassen, wurden im Warenausgang 80 mechanische Klappbrücken montiert. Diese bestehen aus robustem, korrosionsfestem Aluminium und können kleine bis mittlere Höhendifferenzen ausgleichen.

»Im Warenausgang setzen wir fast ausschließlich unsere eigenen, standardisierten Lkw mit einer fast identischen Ladehöhe ein. Deshalb brauchen wir in diesem Bereich keine hydraulischen Vorschub-Ladebrücken«, erklärt Frank Sammann. Ganz anders stellt sich die Situation im Wareneingang dar, wo nur fremde Fahrzeuge mit den unterschiedlichsten Maßen andocken. Hier hat sich Edeka für hydraulische Vorschub-Ladebrücken vom Typ HTL entschieden, die aufgrund ihrer Länge große Höhenunterschiede vom Rampenniveau bis zur Lkw-Lädefläche überbrücken können. Das stufenlos und zentimetergenaue Ausfahren des Ladebrücken-Vorschubs über separate Bedientasten ermöglicht laut Hörmann selbst bei voll ausgelasteten Lkw das einfache und sichere Entladen. Das gilt besonders für Paletten, die am Ende der Fahrzeug-Ladefläche stehen und dadurch nur eine geringe Vorschubauflage ermöglichen.

Drei Millionen Rollbehälter für die Edeka-Märkte

Drei Jahre nach Inbetriebnahme des Zentrallagers Wiefelstede hat sich das Konzept für Türen, Tore und Verladetechnik in der Praxis nach Angaben von Edeka bewährt: »Gemeinsam mit Hörmann haben wir bei der Planung alle Besonderheiten berücksichtigt und können mit der vorhandenen Technik sehr effizient arbeiten«, sagt Betriebsleiter Sammann, dessen Betrieb jährlich mehr als drei Millionen Rollbehälter mit Lebensmitteln an etwa 500 Edeka-Märkte liefert.

Erschienen in Ausgabe: 03/2019
Seite: 59 bis 69

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