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Projekte Wer als Unternehmer erfolgreich ist, darf sich freuen. Wer erfolgreich bleiben möchte, muss beizeiten investieren. Die Pharmafirma Hänseler setzte dabei auf eine Lagerlösung von Jungheinrich.

14. Dezember 2006

Die Hänseler AG mit Sitz im schweizerischen Herisau agiert nicht nur als Produktionsunternehmen, sondern ist mit ihrem Sortiment von über 3.000 Rohstoffen auch Marktführer im Handel mit Apotheken und Drogerien. Starke Markenprodukte wie die original Bach-Blüten, Iberogast und Olbas stammen direkt von Hänseler oder werden von dem renommierten Anbieter exklusiv vertrieben.

Produkte für einen Bereich mit hohem Qualitätsanspruch

Hänseler verarbeitet je zur Hälfte chemische und natürliche Substanzen. Das Verhältnis von Hänselereigenen Präparaten zu Handelsprodukten bewegt sich in ähnlichen Größenordnungen. Um dem gerade in der Pharmabranche hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, beschäftigt die Hänseler AG rund 130 qualifizierte Mitarbeiter. Jedem einzelnen von ihnen ist klar, dass pharmazeutische Produkte besonderer Achtsamkeit bedürfen. Fehler und Mängel jeder Art können der Gesundheit schaden, also Menschen gefährden. Vor diesem Hintergrund gibt es unter der Überschrift »Good Manufacturing Practice« seit 1969 Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation für die sachgemäße Herstellung und Verarbeitung von pharmazeutischen Produkten sowie für die Sicherung ihrer Qualität. Ergänzt werden die Richtlinien durch den Leitfaden der Pharmaceutical Inspection Convention, der seit 1992 für alle EU-Mitgliedsstaaten verbindlich ist. Das integrierte Qualitätsmanagement bei Hänseler berücksichtigt sämtliche Aspekte von Qualitätssicherung und -kontrolle: von der Forschung und Entwicklung über die Beschaffung der Rohstoffe und die Produktion bis hin zu Verpackung und Auslieferung. Exakt definierte Arbeitsprozesse garantieren das Einhalten sämtlicher Richtlinien. So sehr das Produkt dabei auch im Vordergrund stehen mag - der Erfolg von Hänseler ist auf den hohen Spezialisierungsgrad und auf modernste Technologien in wirklich allen Unternehmensbereichen zurückzuführen. Das gilt auch und nicht zuletzt für das Gebiet der Lagertechnik

Umfassendes Neubauprojekt

Ein Neubauprojekt, das ab Herbst 2002 realisiert wurde, beinhaltete drei Abschnitte. Im ersten Abschnitt erfolgte der Rückbau von älteren Gebäuden und damit verbunden die Schaffung eines großzügigen Wendeplatzes für die Warenanlieferung. Abschnitt 2 umfasste den Bau eines Zwischentraktes für Wareneingang, Konfektionierung und Büroräume. Im Februar 2004 schließlich begann man in Herisau mit dem Bau eines automatischen Hochregal- und Kommissionierlagers. Im Vorfeld hatte man bei Hänseler nach einem geeigneten Generalunternehmer für das anspruchsvolle Logistiksystem gesucht. Die Wahl fiel auf das Haus Jungheinrich, das sich im Zuge eines Auswahlverfahrens mit seinen Vorschlägen gegen vier andere Anbieter durchsetzen konnte. Baubeginn war im Februar 2004. Kurz vor dem Jahreswechsel dann, also quasi als Weihnachtsgeschenk, wurde mittels Spezialkran das Regalbediengerät eingelassen. Seit Juni 2005 läuft die Anlage im Vollbetrieb. Das automatische Hochregal- und Kommissionierlager ist 44 Meter lang, 16 Meter breit und 23,5 Meter hoch. Es umfasst ein Palettenregal mit 1.118 Lagerplätzen, 165 statischen Kommissionierkanälen und 6 dynamischen Kommissionierplätzen sowie ein Behälterregal mit 2.648 Lagerkanälen, 744 statischen und 16 dynamischen Kommissionierplätzen.

Amortisation der Investition binnen fünf bis sechs Jahren

Die Investitionssumme der Bau- und Modernisierungsmaßnahme inklusive Maschinen lag bei 11 Millionen Schweizer Franken. Da man aber mit Blick auf die Verbesserung der Prozesse einen regelrechten »Quantensprung« gemacht habe, so Hänseler-Produktionschef und -Geschäftsleitungsmitglied Alexander Klöti, rechne sein Unternehmen mit einer Amortisation der Kosten binnen fünf bis sechs Jahren. Aber schon heute hört man bei Hänseler auf die Frage, ob sich der mit dem Projekt verbundene Aufwand gelohnt habe, nur eine Antwort: »Mit absoluter Sicherheit.« Kein Wunder, denn ohne die umfangreiche Baumaßnahme wären die ehrgeizigen Ziele von Hänseler kaum zu verwirklichen. Das 1975 gegründete Unternehmen erwirtschaftete 2005 einen Umsatz von 30,6 Mio. Schweizer Franken. Das Inlandsgeschäft schlug mit einem Anteil von 95 Prozent zu Buche. Bis 2008 jedoch soll die Exportquote bei gleichzeitigem Wachstum im Binnenmarkt die 25-Prozent-Marke erreichen. Auch dank neuer Technik von Generalunternehmer Jungheinrich stehen die Chancen dafür gut.

Alle Vorgaben eingehalten

»Bei der Realisierung des Projekts haben wir Neuland betreten«, räumt Hänseler-Mann Alexander Klöti ein, »das Ganze war eine echte Herausforderung. Aber jetzt kann man festellen, dass die Mühe sich wirklich gelohnt hat.« Was Klöti neben den positiven Auswirkungen auf das künftige Geschäft von Hänseler besonders erfreulich findet: Das Projekt hat sich stets im vordefinierten Rahmen bewegt. Sowohl die zeitlichen als auch die finanziellen Vorgaben wurden voll eingehalten.

Hänseler

Qualität auf höchstem Niveau

Das 1975 im schweizerischen Herisau gegründete Unternehmen Hänseler beschäftigt rund 130 Mitarbeiter. Als Produktions- und Handelsunternehmen der pharmazeutischen Branche mit einem Sortiment von über 3.000 Rohstoffen ist die Hänseler AG auf heimischem Territorium Marktführer im Handel mit Apotheken und Drogerien. Bekannte Markenprodukte (z. B. die original Bach-Blüten) stammen entweder direkt von Hänseler oder werden von dem Unternehmen exklusiv vertrieben. Qualität hat bei Hänseler absoluten Vorrang: von der Entwicklung über die Rohstoffe und die Produktion bis hin zu Verpackung und Versand.

Erschienen in Ausgabe: Lagertechnik/2007