Kernzielmarkt von Fredenhagen ist seit mehr als 50 Jahren die Automobilbranche, in der alle namhaften Hersteller in Europa, Nord- und Südamerika sowie neuerdings auch im Boom-Markt China beliefert wurden. Die strategischen Unternehmensziele sehen mittelfristig jedoch eine zunehmende Diversifizierung der Aktivitäten vor - über den Automobilsektor hinaus und in andere Märkte hinein.

ANZEIGE

Internationalität und damit das Exportgeschäft spielen für Fredenhagen bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Ende der 20er Jahre lieferte das Unternehmen Großanlagen im Schüttgutbereich für Kokereien auch in die damalige Sowjetunion. Seit dieser Zeit baut Fredenhagen seine ausländische Präsenz über Partner, Beteiligungen und eigene Niederlassungen sowie Töchter stetig aus.

Die EU-Osterweiterung ist für Fredenhagen schon seit vielen Jahren Realität. Bereits seit Mitte der 80er Jahre ist man im tschechischen Skoda- Werk Mlada Boleslav aktiv, seit 1998 auch im Werk Vrchlabi (Auftragsvolumen insgesamt bisher: 37 Mio. Euro). Im Jahr 2001 installierte man für 15 Mio. Euro im neuen VWWerk Bratislava in der Slowakei die komplette EHB-Technologie im Bereich der Fahrzeugmontage und für den Modultransport. Im VW-Werk Poznan (Polen) wurde bereits Mitte der 90er Jahre eine Schwerlast-EHB für die Fahrzeugmontage in Betrieb genommen.

ANZEIGE

Im weltweiten Verbundnetz der Fredenhagen-Gruppe - ihre Fördertechnik ist von Norwegen bis Nigeria zu finden - kommt Mexiko eine der Schlüsselrollen zu. Hier besteht schon seit 25 Jahren eine sehr erfolgreiche Kooperation mit der Firma Effort. Durch die räumliche Nähe zum Kunden VW de Mexico mit lokalen Projektierungs- und Fertigungsmöglichkeiten ist eine flexible und erfolgreiche Partnerschaft entstanden, die auch an dem fördertechnischen Konzept bei der Produktion des New Beetle maßgeblich beteiligt war.

Dass das Konzept der räumlichen Nähe auch anderenorts aufgeht, erhofft man sich vom neuesten Meilenstein in der Internationalisierung der Fredenhagen-Gruppe: der im Dezember vergangenen Jahres gegründeten Fredenhagen Conveyor Systems (Changchun) Co., Ltd. Als Verkaufs- und Serviceorganisation mit Produktionspotential soll hier das in den letzten drei Jahren durch kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Kunden FAW-VW abgewickelte Auftragsportfolio konsequent erweitert und die Akquisition neuer Kunden chinaweit ausgedehnt werden. Zur Zeit wird mit einem Auftragsvolumen von 8 Mio. Euro die komplette EHB-Technologie in der neuen Endmontage von FAW-VW in Changchun realisiert.

In England ist Fredenhagen schon seit 25 Jahren mit einer Niederlassung vertreten. Neben zahlreichen Großprojekten mit Einsatz innovativer Technologien bei namhaften Automobilherstellern wie Rover, Vauxhall und Ford wurde in jüngerer Zeit ein Schwerlast-Schubpalettensystem für die Montage von Baumaschinen bei Caterpillar in Betrieb genommen. Das Auftragsportfolio außerhalb der klassischen Automobilsparte beinhaltete daneben eine vollautomatische Kulissentransport- und -sequenzieranlage im Royal Opera House in London sowie die Fördertechnik zur Containerprüfanlage Euroscan in den britischen und französischen Terminals des Eurotunnels.

So innovativ wie die Anlagen aus dem Hause Fredenhagen, so zukunftsorientiert sind auch Ausrichtung und Organisation des Unternehmens. Eine strukturelle Neukonzeption im Stammwerk Offenbach erlebte Fredenhagen 2002 mit der Einführung einer prozeßorientierten Organisation auf Key-Account-Basis, bei der die klassische Trennung von Vertrieb und Konstruktion/Projektmanagement aufgehoben wurde. So ist eine effizientere Abwicklung der Projekte und eine durchgängige Betreuung der Kunden von der Angebots- und Planungsphase über die Detailkonstruktion bis hin zu Auslieferung, Montage und Inbetriebnahme gewährleistet.

„Wir sind stolz auf unsere Tradition“, sagt Thomas Kupczyk, der das Familienunternehmen gemeinsam mit seiner Schwester Jutta seit 13 Jahren leitet, „doch auch ein alteingesessenes Unternehmen muß einen ständigen Erneuerungsprozess durchlaufen, um immer wieder den wechselnden Herausforderungen gewachsen zu sein.“ Wie zum Beispiel auf dem Gebiet Customer Care. In einer Zeit, in der die Kunden neben dem reinen Produkt zunehmend auch Serviceleistungen erwarten, will Fredenhagen diesen Bereich ausbauen. Consulting, Anlagendiagnosen und die Integration von weiteren Produkten und Leistungen sollen das Angebotsspektrum des Generalunternehmers aus Offenbach abrunden.