Wer weiß, gewinnt

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Theorie & Praxis - Wer Radio Frequency Identification richtig einsetzt, kann hohen Nutzen generieren. Der richtige Einsatz allerdings erfordert die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Systemintegrator Winckel weiß, was bei RFID zu berücksichtigen ist.

30. November 2010

Die Radio Frequency Identification hat bereits einige Extreme hinter sich. Visionäre sahen Chips in allen Geldnoten, Wurstpackungen und sogar unter der Haut. Doch die Verbreitung erfolgte nicht so rasant wie prognostiziert, und viele First Mover stellten ihre Tests ein beziehungsweise den RFID-Einsatz zurück. Dennoch hat die Funktechnologie beinahe unbemerkt ein stabiles Wachstum hingelegt und spielt bei der Prozessoptimierung in der Logistik eine wichtige Rolle. Die TU Berlin hat im Rahmen einer Studie 150 deutsche und internationale Logistikunternehmen zu ihrem aktuellen oder geplanten RFID-Einsatz befragt. Ergebnis: Zwei Drittel der Unternehmen erproben die Technologie mindestens in einem Pilotprojekt, nur jedes fünfte Unternehmen plant in Zukunft keine weiteren RFID-Projekte.

Eine nachvollziehbarer Trend, denn RFID verspricht, manuelle Prozesse zu automatisieren und dadurch zu beschleunigen. Gleichzeitig lassen sich Informationstransparenz und Prozessqualität erhöhen. Durch die drahtlose Übermittlung von Identifikationscodes lassen sich Informationen zur Identifizierung von Objekten auch dann übertragen, wenn diese in Bewegung sind. Darüber hinaus ermöglicht die Pulk-Erfassung bei einigen Anwendungen extrem schnellen, reibungslosen Datentransfer.

Zunehmende Reife

Die zunehmende Reife der RFID-Technologie zeigt sich in den Standardanwendungen, von denen es in der Logistik mittlerweile eine ganze Reihe gibt: Item-Tagging etwa, Warenverfolgung oder die Protokollierung von Fertigungsstati. Auch die Überwachung des Materialflusses ist mittlerweile eine in vielen Unternehmen eingesetzte Anwendung. Die erhöhte Transparenz, die ein Unternehmen auf diese Weise erreicht, schlägt sich positiv nieder. Einerseits lassen sich aufwendige Abstimmungsvorgänge weitgehend eliminieren, während gleichzeitig Erfassungsfehler wirkungsvoll reduziert werden können.

Viele Pluspunkte

Wesentlich ist für viele Unternehmen in der Intralogistik auch, dass sie die Materialverwendung ohne großen Aufwand nachvollziehbar dokumentieren und Schwund weitgehend vermeiden können. Eine typische Anwendung ist auch das Behältermanagement. Hierbei werden die Ladungsträger mit RFID ausgestattet und an strategischen Punkten gezielt identifiziert. Durch eine geschickte Verknüpfung der gewonnenen Daten können Reserven optimal genutzt, der Bedarf zuverlässig ermittelt und die manuelle Behältersuche vermieden werden.

Aber auch in der Logistik mit ihren zahlreichen erprobten Anwendungen ist RFID noch nicht vollends angekommen. Das, so belegen die Erhebungen der TU Berlin, hat vor allem wirtschaftliche Gründe. Fast 70 Prozent der befragten RFID-Anwender beurteilen ihr Pilotprojekt als wirtschaftlich nicht erfolgreich. Wenn RFID sich doch so offensichtlich für die Optimierung der Logistikkette eignet, warum schaffen es viele Unternehmen dann nicht, die entsprechenden Vorteile auch abzuschöpfen? Vielfach wird RFID nur als Porto oder »Strafzoll« gesehen. Es wird lediglich den Anforderungen des Empfängers Rechnung getragen, ohne den Blick ins eigene Unternehmen und in die eigene Produktion zu richten. Potenzieller Zusatznutzen aus Rückverfolgbarkeit, Service- und Supportangeboten, Prozess- bzw. Produktionsoptimierung und Qualitätssicherung bleibt häufig unberücksichtigt.

Spezialisten wissen Rat

Für erfolgreiche, wirtschaftlich effiziente RFID-Projekte ist es von erheblicher Bedeutung, alle Prozessschritte zu kennen und entsprechend zu berücksichtigen – eine Aufgabe, bei der ein erfahrener RFID-Spezialist helfen kann. Denn so viel ist sicher:

Für den erfolgreichen Einstieg in die RFID-Technologie empfiehlt sich eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Grund: Der Aufbau eines kompletten RFID-Systems erfordert neben genauen Kenntnissen der Technologie auch Analysen auf der Basis von tief greifenden Erfahrungen und praxisnahen Testumgebungen. Die Notwendigkeit dieser grundlegenden Maßnahmen wird häufig unterschätzt. Neben Know-how in der Systemintegration erfordert der erfolgreiche Einstieg in die RFID-Welt auch umfassende Kenntnisse der Normen und Standards wie EPCglobal oder ISO und deren Anwendung.

RFID bietet vielfach zusätzliches Potenzial durch die Mehrfachnutzung entlang einer Supply Chain. Ist nur eines ihrer Glieder inkompatibel ausgelegt, drohen Verluste statt der erhofften Produktivitätsgewinne.

Vielen Unternehmen, die den Einstieg in die RFID-Technologie planen, ist nicht bewusst, dass insbesondere die verwendeten Transponder, beispielsweise in Form von Labeln oder Hardtags, die zentrale Rolle im RFID-System spielen. Bei Verzicht auf eine fachkundige Analyse der Einsatzbedingungen und der herstellerneutralen Auswahl eines Transponders können Schwierigkeiten kaum ausgeschlossen werden.

Lücken sind zu schließen

Wie jedes technische System ist auch RFID nicht perfekt. Die hundertprozentige Erfassung der Objekte ist nur in Ausnahmefällen zu erreichen. Durch intelligente Erfassungs- und Verarbeitungs-Software sowie durch Verlinkung und Abgleich entlang des Produktionsweges oder der Supply Chain gelingt es jedoch meistens, Datenlücken zu schließen. Für die restlichen Fälle kann auf Barcodes als Backup-Medium (beispielsweise für defekte Transponder) zurückgegriffen werden.

Daten & Fakten

Winckel (www.winckel.de) weiß Rat, wenn es um Fragen rund um das komplexe Thema RFID geht. Und Beratung tut not bei der Implementierung von RFID-Identifikationslösungen.

Neben Know-how in der Sys-temintegration erfordert der erfolgreiche Einstieg in die RFID-Welt auch umfassende Kenntnis der Normen und Standards.

Für den Erfolg von RFID-Projekten ist es von erheblicher Bedeutung, sämtliche Prozessschritte zu kennen und entsprechend zu berücksichtigen.

Erschienen in Ausgabe: 06/2010