Wir brauchen sie alle

Editorial

Die Mitarbeiter der Unternehmen werden immer älter. Kluge Entwickler tragen dieser Tatsache Rechnung und bauen geeignete Geräte.

03. September 2010

Kurze Beschreibung der wirtschaftlichen Großwetterlage: Asien wächst, wenn auch nicht mehr so schnell. Amerika mangelt es an Schub, und die Länder Europas entwickeln sich so unterschiedlich, wie sie nun mal sind. Herausragend hier allein: Deutschland. Endlich kann Rainer Brüderle glänzen. Im Brustton der Überzeugung spricht der zu Beginn seiner Amtszeit nicht nur wegen seiner Pfälzer Zunge belächelte Bundeswirtschaftsminister von einem Aufschwung im XL-Format.

Keine Frage: Die Wirtschaft hier zu Lande erholt sich schneller als erwartet. Die Wachstumsraten sind höher als erhofft. Ein Grund zur Freude, sicher. Das nächste Problem allerdings ist bereits spürbar: Manchen Branchen mangelt es an Fachkräften. Nicht nur Ingenieure fehlen, sondern jetzt, da die Maschinen wieder laufen, vor allem gut ausgebildete Facharbeiter.

Intralogistiker wie Linde Material Handling und Jung-heinrich haben in der Krise Kluges getan. Für die Zeit danach haben sie in Fortbildungsprogrammen Mitarbeiter weiter qualifiziert. Maßnahmen wie diese machen sich jetzt positiv bemerkbar. Das eigentliche Problem aber lösen sie nicht.

Deutschlands Arbeitnehmer werden – wie die Gesellschaft überhaupt – immer älter. BMW etwa hat errechnet, dass seine Mitarbeiter in nicht allzu ferner Zukunft im Durchschnitt Mitte 40 und älter sein werden. Das kann, muss aber nicht zum Problem werden.

Für ältere Mitarbeiter spricht, dass sie erfahren sind und ebendiese Erfahrung in der Regel zuverlässig zum Wohl des Unternehmens einsetzen. Gegen sie spricht, jedenfalls aus der Sicht vieler Personalbüros, dass sie körperlich weniger belastbar sind als ihre jüngeren Kollegen.

Genau an diesem Punkt sind die Entwickler gefordert, denn ältere Mitarbeiter brauchen geeignetes Arbeitsgerät. Die Logistik geht mit gutem Beispiel voran. Und das nicht nur auf Facharbeiter-Ebene. Vom Kommissionier-Arbeitsplatz bis hin zum Gabelstapler – längst werden Geräte gebaut, die ein langes Arbeitsleben ermöglichen. Ein Beispiel, das Schule machen muss.

Michael Weilacher

Erschienen in Ausgabe: 04/2010