Witron weiter im Steigflug

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Intralogistik - Der Oberpfälzer Intralogistiker Witron hat im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von485 Millionen Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Plus von 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

12. September 2017
© Witron 1 2 3 4 1Optimal Fresh Picking von Witron ermöglicht die Einzelstück- und Volleinheiten-Kommissionierung innerhalb eines einzigen Systems.2Informierte über eine positive Geschäftsentwicklung, spannende Projekte und neue Produkte: Witron-Geschäftsführer Helmut Prieschenk.3Mit innovativen Dienstleistungen und attraktiven Be-treibermodellen ist sein Bereich stark gewachsen: Witron-Service-Geschäftsführer Christian Dietl.4Mann mit Einfällen: Witron-Gründer und erfinderisches Mastermind Walter Winkler.
Bild 1: Witron weiter im Steigflug (© Witron 1 2 3 4 1Optimal Fresh Picking von Witron ermöglicht die Einzelstück- und Volleinheiten-Kommissionierung innerhalb eines einzigen Systems.2Informierte über eine positive Geschäftsentwicklung, spannende Projekte und neue Produkte: Witron-Geschäftsführer Helmut Prieschenk.3Mit innovativen Dienstleistungen und attraktiven Be-treibermodellen ist sein Bereich stark gewachsen: Witron-Service-Geschäftsführer Christian Dietl.4Mann mit Einfällen: Witron-Gründer und erfinderisches Mastermind Walter Winkler.)

In den vergangenen vier Jahren hat Wi-tron Logistik + Informatik 1.000 neue Mitarbeiter eingestellt. 2016 stieg die Zahl der insgesamt bei Witron Beschäftigten auf 2.800. Geschäftsführer Helmut Prie-schenk hat aber weniger die Vergangenheit, sondern vielmehr Gegenwart und Zukunft im Blick: »Die Welt vernetzt sich immer stärker. In der Logistik spüren wir diesen Trend ganz besonders. Informationen und Algorithmen spielen in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Daten sind zweifelsohne der entscheidende Rohstoff der Zukunft.«

Um die physische Welt mit der digitalen verknüpfen zu können, müsse ein Paradigmenwechsel stattfinden, so Prieschenk – weg von einer linearen Supply Chain hin zu Echtzeit-Logistiknetzwerken: »Auf dem Weg dorthin müssen wir ›end-to-end‹ denken und handeln.«

Produktion, Lieferanten, Intralogistik, Transport und Konsumenten werden immer mehr zu einem vernetzten Wirkungsgefüge. Ziel ist die übergreifende Optimierung der Wertschöpfung. Um sie zu erreichen, sind zwei Faktoren von entscheidender Bedeutung: die vertikale und horizontale Durchgängigkeit des »Ökosystems Intralogistik« und die Integration der unterschiedlichen Netzwerk-Teilnehmer via Standard-Schnittstelle. Die In-tralogistiker aus der Oberpfalz haben hierfür das Witron-4.0-Portal geschaffen, das die optimale Anbindung von Witron-Systemen an die Außenwelt sicherstellt.

Neben der Integration der verschiedenen in-tralogistischen »Ökosysteme« hat Witron zwischenzeitlich einen digitalen Zwilling, den »WiTwin«, realisiert. »Der WiTwin«, so Helmut Prieschenk, »ist die digitale Kopie eines physischen Logistikzentrums und kann somit für eine Vielzahl von Aktivitäten entlang der Projektlaufzeit – für Planung etwa, für Implementierung und Tests sowie später für Operation und Instandhaltung – genutzt werden«, erklärt der Geschäftsführer von Witron.

Starkes Wachstum verzeichnen die Oberpfälzer im Bereich Service: Im Geschäftsjahr 2016 beschäftigte das Unternehmen in diesem Bereich 1.400 Mitarbeiter und damit 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Umsatz im Service-Sektor stieg um 30 Prozent auf rund 130 Millionen Euro.

»Wir bedienen derzeit rund 400 Kunden«, berichtet Witron-Service-Geschäftsführer Christian Dietl. »Die große Herausforderung dabei ist, Technik, Prozesse und Menschen zu integrieren, und das in immer flexibleren, dynamischen, automatisierten Anlagen und unter Erreichung der höchsten Wirtschaftlichkeit.« Witron verfolgt hierbei die Strategie, den »optimalen Nutzen des Systems sowie des gesamten Lagerbetriebs zu erreichen – bei gleichzeitigem Schutz der Investition« und sieht sich als Partner über den gesamten Lebenszyklus der Anlage hinweg. Dabei setzt der Logistikspezialist auf eine Kombination aus reaktiven und proaktiven Serviceleistungen. Witron bietet technische Dienstleistungen bis hin zum Full Service an und greift dabei auf langjähre Erfahrung zurück – speziell im Umfeld des Handels und der Distribution. In zehn Ländern betreibt Witron 40 Kundenstandorte mit lokalen On-site-Teams, die in den Lägern der Kunden angesiedelt und in die Prozesse integriert sind.

Zu den Neuentwicklungen aus dem Hause Witron zählt u. a. die Lösung »All-in-One« (AIO). Sie vereint die bewährten Module »Order Picking«, »Dynamic Picking« und »Order Consolidation Buffer« in einem integrierten System und nutzt so alle Vorteile praxiserprobter Kommissioniersysteme für alle Artikel und Vertriebswege (Filialbelieferung, E-Commerce, Omnichannel). »Wir integrieren hier zwei Kommissionierprinzipien, die statische Bereitstellung für Schnellläufer und die dynamische Bereitstellung für Langsamläufer sowie die Auftragskonsolidierung in einem einzigen System«, erklärt Witron-Gründer Walter Winkler. »Durch die integrierte Kommissionierung und Auftragskonsolidierung können wir eine noch nie dagewesene Flexibilität bei Volumenschwankungen von Volleinheiten, Cases und Pieces sicherstel-len – täglich, saisonal, langfristig.«

Beträchtliche Leistungssteigerung

»Efficient Mobile Picking« wurde für Logistikzentren des Lebensmitteleinzelhandels, des Online-Handels und des Teilevertriebs entwickelt und dient zur effizienten Kommissionierung verschiedenster Handelseinheiten. »Die Bereitstellung langsam drehender Artikel auf Behältern und Mitteldrehern auf Layer-trays bietet dem Kunden in diesem Bereich deutliche Effizienzzuwächse«, so Winkler. Die Pickmobile »WiBot« – autonome, schwarmintelligente Kommissionierfahrzeuge – unterstützen bzw. führen den Kommissionierer während des gesamten Prozesses und bilden mit automatischer Paletten-Einlagerung und -Nachschub ein Gesamtsystem. Die durch »WiBot« zu erzielende Leistungssteigerung liegt »im Bereich von rund 30 Prozent«.

Das »Automated Tote Repack« ist laut Witron Geschäftsführer Martin Stich »das erste System zur vollautomatischen Befüllung von Behältern«. Der Prozess des manuellen Umpackens entfällt. Speziell für die Anforderungen in der Frischelogistik hat Witron das »Optimal Fresh Picking« (OFP) entwickelt: Es gewährleistet die Einzelstück- und Volleinheiten-Kommissionierung innerhalb eines einzigen Systems. Mittels OFP können komplette Aufträge abgewickelt werden. Das System stellt eine Pickleistung bis zu 900 Einheiten in der Stunde (pro Auslagershuttle) zur Verfügung.

Daten & Fakten

Witron, gegründet 1971 von Walter Winkler, plant, baut und betreibt maßgeschneiderte Logistik- und Materialflussanlagen.

Im Jahr 2016 stieg die Zahl der Witron-Beschäftigten auf 2.800. Sie erwirtschafteten einen Umsatz von 485 Mio. Euro ein Plus von 15,5 Prozent gegenüber 2015.

Der Förder-Anlagen-Service (FAS), eine Witron-Tochter, blieb 2016 mit einem Plus von 4,5 Prozent ebenfalls auf Wachstumskurs.

Erschienen in Ausgabe: 04/2017

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