Zügig zum Ziel

Güterverkehr Der nordische Konzern Stora Enso wickelt die Waggonbestellung für den Schienengüterverkehr nach entsprechender Umstellung papierlos ab. Auf diese Weise sinkt der administrative Aufwand in der Disposition um die Hälfte.

14. Dezember 2006

Der wachsende Wettbewerb auf der Schiene sorgt für günstigere Preise und ein breiteres Angebot. Vor diesem Hintergrund sind Bahntransporte für Verlader mit entsprechendem Anschluss wieder attraktiver geworden. So erwägt Gregor Rößler, Versandleiter der Stora-Enso-Werke Karlsruhe-Maxau und Wolfsheck, den Anteil des Schienengüterverkehrs zu erhöhen. Derzeit liegt er bei 10 Prozent.

Beim IT-Logistik-Anbieter Transporeon hat man die wieder wachsende Attraktivität der Schiene schon länger beobachtet und ein entsprechendes Angebot in die Produktpalette aufgenommen. Auf Anforderung von Gregor Rößler beschloss man im Jahr 2005, die für den Güterkraftverkehr entwickelte Kommunikationsplattform Tisys um den Bereich Schienentransporte zu erweitern und somit verladenden Unternehmen mit Bahnanschluss eine einheitliche Oberfläche für die Kommunikationsprozesse zu allen Transportdienstleistern zu bieten.

Spezifische Informationen

Das Modul Tiflow wurde so angepasst, dass es auch bahnspezifische Informationen wie Waggontyp und Waggonnummer verarbeitet. Als ersten Interessenten für das Upgrade konnte Transporeon das Haus Stora Enso gewinnen. 2004 hatte der Papier- und Verpackungshersteller in allen deutschen Werken die Frachtvergabe für den Güterkraftverkehr von Papier und Telefon auf die elektronische Abwicklung umgestellt. Um Kapazitätserhöhungen von 20 Prozent (wie zuletzt im Werk Maxau) zu bewältigen und die Prozesskosten zu senken, beschloss Gregor Rößler Anfang 2005, auch die Planung des Schienengüterverkehrs online durchzuführen: »Nachdem Tisys sich bei der Planung des Lkw-Verkehrs sehr bewährte, wollte ich meinen Disponenten die Möglichkeit geben, sämtliche Transporte über das System abzubilden.« Die Ziele seien Prozessvereinheitlichung sowie der Verzicht auf manuellen Dokumentenaustausch und die damit einhergehenden Medienbrüche gewesen. Rößler: »Jetzt werden Bahn- und Lkw-Transporte in einem Programm abgebildet.«

Bisher bedeutete die Abwicklung der Bahntransporte per Mail, Fax und Telefon einen erheblichen Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand, sowohl auf Seiten von Stora Enso als auch auf Seiten von Transwaggon, des Hauses also, das die Waggons für den Schienengüterverkehr bereitstellt.

Umständliche Abläufe sind Vergangenheit

Da sich die Zuordnung der Frachten zu den Güterwagen erst während der Abfertigung ergibt, musste Stora Enso auch nach Bestellung und Bereitstellung der Waggons noch einmal Kontakt zu Transwaggon aufnehmen und die entsprechenden Informationen übermitteln. Dank Tiflow erfolgt der Datenabgleich jetzt automatisch.

»Die Bestellungsszenerie hat sich deutlich vereinfacht und ist hundertprozentig sicher«, bilanziert Stora-Enso-Mann Gregor Rößler, »die ganzen Prozesse wurden administrativ um mindestens 50 Prozent schlanker.«

Rundum positive Bilanz

Auch bei Transwaggon haben sich die Arbeitsabläufe spürbar verbessert. Kundenanforderung, Auftrag (samt aller Änderungen), Dokumentation, Auftragsausführung - alle Abläufe sind deutlich einfacher, seit sie informationstechnisch unterstützt werden. Jörg Zabel, Dispositionsleiter bei Transwaggon, bringt die Vorteile der neuen Vorgehensweise auf den Punkt: »Weniger Kommunikationsaufwand, weniger Nachfragen, kein großer Dokumentationsaufwand.«

Intelligente Lösung

Bahn und Lkw in einem Programm

Der IT-Logistik-Anbieter Transporeon reagiert auf die gewachsene Attraktivität der Schiene im Güterverkehr mit einem innovativen Produkt: Die für den Kraftverkehr entwickelte Kommunikationsplattform Tisys wurde um den Bereich Schienentransporte erweitert und bietet verladenden Unternehmen mit Bahnanschluss nun eine einheitliche Oberfläche für die Kommunikationsprozesse mit allen Transportdienstlern.

Erschienen in Ausgabe: Lagertechnik/2007