- Pakete nach China unterliegen sowohl deutschen Ausfuhrbestimmungen als auch chinesischen Einfuhrvorschriften und Zollpflichten.
- Für Warensendungen über 1.000 Euro ist eine Ausfuhranmeldung in Deutschland Pflicht.
- Kurierdienste wie DHL Express, UPS und FedEx liefern in 3–5 Werktagen nach China; Seefracht dauert 4–8 Wochen, ist aber deutlich günstiger.
- China erhebt Importzölle je nach HS-Code plus 13 % Mehrwertsteuer auf die meisten Waren.
- Für B2B-Sendungen sind Handelsrechnung, Packliste und Ursprungszeugnis zwingend erforderlich.
Wer regelmäßig Waren nach China verschickt, merkt schnell: Der Versand dorthin ist deutlich komplexer als eine Sendung innerhalb der EU. China ist Drittland, was bedeutet, dass auf beiden Seiten Zollvorschriften greifen. Dazu kommen unterschiedliche Versandoptionen mit stark variierenden Kosten und Laufzeiten. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Anbieter für welche Sendungstypen geeignet sind, was die Versandkosten beeinflusst und worauf du beim Zoll achten musst.
Versandoptionen im Überblick: Kurier, Luftfracht und Seefracht
Für den Versand von Paketen nach China stehen dir grundsätzlich drei Versandwege zur Verfügung. Welcher davon passt, hängt vor allem von Sendungsgewicht, Zeitdruck und Budget ab.
Kurierdienste: Schnell, aber kostspielig
Die großen internationalen Kurierdienste DHL Express, UPS, FedEx und TNT bieten alle einen Direktversand von Deutschland nach China an. Laufzeiten liegen typischerweise bei 3 bis 5 Werktagen für Pakete bis etwa 30 kg. Der Vorteil liegt auf der Hand: schnelle Laufzeit, zuverlässiges Tracking und in der Regel ein reibungsloser Zollprozess, da die Carrier die Zollanmeldung oft selbst übernehmen.
Allerdings sind die Kosten entsprechend hoch. Für ein Paket mit 5 kg musst du je nach Anbieter und aktuellem Treibstoffzuschlag zwischen 80 und 150 Euro kalkulieren. Bei größeren Volumina lohnt es sich, Vertragskonditionen zu verhandeln oder Versandvolumina zu bündeln.
Deutsche Post / EMS: Für leichte Päckchen
Für Sendungen bis 2 kg ist die Deutsche Post mit ihrem Päckchen International oder dem EMS-Express-Dienst (Expressmail Service) eine kostengünstigere Alternative. EMS-Pakete nach China erreichen ihr Ziel in der Regel in 5 bis 10 Werktagen, günstige Standardpäckchen brauchen 2 bis 4 Wochen. Nach der Übergabe an den chinesischen Partner China Post kann das Tracking mitunter lückenhaft werden, was bei zeitkritischen Sendungen ein Risiko darstellt.
Luftfracht: Für Sendungen zwischen 30 kg und 500 kg
Sobald deine Sendung das Volumen eines einzelnen Kurierpakets übersteigt, wird direkte Luftfracht über Speditionen wirtschaftlicher. Laufzeiten betragen 3 bis 7 Werktage ab Flughafen, die Gesamttransitzeit inklusive Abholung und Zollabwicklung liegt häufig bei 5 bis 10 Werktagen. Die Kosten bewegen sich je nach Fluggesellschaft, Jahreszeit und Treibstoffzuschlag zwischen 4 und 8 Euro pro Kilogramm für die Frachtkosten allein. Hinzu kommen Zollabfertigungsgebühren und weitere Nebenkosten.

Seefracht: Am günstigsten für große Mengen
Wer regelmäßig größere Warenmengen nach China exportiert, kommt langfristig an der Seefracht nicht vorbei. Die Laufzeiten von deutschen Häfen (Hamburg, Bremen) nach chinesischen Haupthäfen wie Shanghai, Shenzhen oder Guangzhou betragen 4 bis 8 Wochen. Dafür sind die Kosten pro Kilogramm oder Kubikmeter deutlich geringer als bei Luft- oder Kurierdiensten.
Ein FCL-Container (Full Container Load) nach Shanghai kostet je nach Marktlage zwischen 1.500 und 4.000 US-Dollar. Bei kleineren Mengen empfiehlt sich LCL (Less than Container Load), also Sammelgut, das mit anderen Sendungen im Container mitfährt. Aktuelle Containerpreise und Marktentwicklungen findest du in unserer Übersicht zu Containerpreisen und Seefracht-Entwicklungen.
Versandkosten berechnen: Was den Preis beeinflusst
Die tatsächlichen Kosten für den Versand nach China setzen sich aus mehreren Posten zusammen, die viele Versender zunächst unterschätzen.
Frachtkosten und Zuschläge
Der reine Frachttarif ist nur ein Teil der Rechnung. Dazu kommen regelmäßig Treibstoffzuschläge (Fuel Surcharge), Sicherheitszuschläge (Security Surcharge) und saisonale Zuschläge in Hochzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft oder dem chinesischen Neujahrsfest. Gerade im Q4 können Kuriertarife spürbar steigen, weil die Kapazitäten knapp werden.
Zollabfertigungsgebühren
Unabhängig vom Zollsatz selbst entstehen auf chinesischer Seite Abfertigungsgebühren durch den dortigen Spediteur oder Zollagenten. Diese liegen je nach Sendungskomplexität zwischen 30 und 150 Euro pro Sendung. Wenn du als Versender keinen eigenen Zollagenten in China hast, übernimmt das bei Kurierdiensten oft der Empfänger oder der Kurierdienst selbst gegen eine Gebühr.
Verpackung und Gewichtsmessung
Kurierdienste berechnen grundsätzlich das höhere Gewicht aus tatsächlichem Gewicht und Volumengewicht (Länge x Breite x Höhe in cm ÷ 5.000 = Volumengewicht in kg). Bei leichten, aber sperrigen Waren kann das Volumengewicht deutlich teurer sein als das echte Gewicht.
Zoll beim Versand nach China: Was du wissen musst
China ist kein EU-Mitglied und auch nicht Teil eines Freihandelsabkommens mit Deutschland in dem Umfang, wie es etwa EU-interne Regelungen bieten. Das bedeutet: Auf beiden Seiten fällt Zoll an.
Ausfuhrbestimmungen Deutschland
Beim Export aus Deutschland greift das EU-Zollrecht. Für Warensendungen mit einem statistischen Wert über 1.000 Euro ist eine Ausfuhranmeldung über das ATLAS-System der deutschen Zollverwaltung Pflicht. Das gilt auch dann, wenn du nicht als gewerblicher Exporteur auftrittst. Für bestimmte Warengruppen wie Dual-Use-Güter, Rüstungsgüter oder spezielle Technologien kann zudem eine Ausfuhrgenehmigung nach der EU-Ausfuhrkontrollverordnung erforderlich sein.
Für Warensendungen unter 1.000 Euro entfällt die Ausfuhranmeldungspflicht in der Regel, aber eine Zollinhaltsangabe oder Handelsrechnung (Commercial Invoice) bleibt für alle gewerblichen Sendungen Pflicht.
Chinesische Einfuhrvorschriften und Importzölle
Auf chinesischer Seite richtet sich der Importzollsatz nach dem HS-Code (Harmonized System Code) der Ware. Die Sätze variieren stark je nach Warengruppe: Textilien können mit 12 bis 20 % belegt sein, Elektronik mit 0 bis 10 %, Lebensmittel teils mit über 20 %. Zusätzlich zum Zollsatz erhebt China auf die meisten Warengruppen Mehrwertsteuer (MwSt.), die je nach Ware 6 %, 9 % oder 13 % beträgt. Der Standardsatz von 13 % gilt für die Mehrzahl der gewerblichen Importwaren.
Den passenden HS-Code für deine Waren zu ermitteln, ist bei unbekannten Produkten oft nicht trivial. Hilfreiche Unterstützung bietet der elektronische Zolltarif. Wenn du mit den richtigen Codes noch nicht vertraut bist, schau dir unseren Artikel zur Zolltarifnummer-Suche im elektronischen Zolltarif an.
Verbotene und beschränkte Waren
China führt eine strenge Liste von Verbotsgütern und beschränkten Waren. Lebensmittel unterliegen strengen Zulassungsvoraussetzungen und sind für Privatpersonen und viele Unternehmen de facto nicht importierbar, ohne spezielle Genehmigungen. Bestimmte Elektronik mit verschlüsselten Komponenten oder leistungsstarken Chips kann ebenfalls Einfuhrbeschränkungen unterliegen. Kosmetika benötigen in China eine eigene Zulassung. Informiere dich vor dem ersten Versand genau, ob deine spezifische Warengruppe in China einschränkungslos importiert werden darf.
Dokumente für B2B-Sendungen nach China
Wer Waren im gewerblichen Kontext nach China versendet, braucht eine vollständige Dokumentation. Fehlende oder fehlerhafte Dokumente sind einer der häufigsten Gründe für Verzögerungen in der chinesischen Zollabfertigung.
Folgende Unterlagen sind bei B2B-Sendungen in der Regel erforderlich:
- Commercial Invoice (Handelsrechnung): Mit korrektem HS-Code, Warenwert, Absender- und Empfängerdaten, Zahlungsbedingungen und Währungsangabe.
- Packing List (Packliste): Detaillierte Auflistung aller Packstücke mit Gewicht, Maßen und Inhalt.
- Certificate of Origin (Ursprungszeugnis): Belegt die Herkunft der Ware. Je nach Warenwert und Vereinbarung kann es von der IHK ausgestellt werden.
- Luftfrachtbrief (AWB) oder Konnossement (B/L): Das Transportdokument des jeweiligen Carriers, je nach Versandart.
Bei Sonderwarengruppen oder hohen Warenwerten können zusätzliche Zertifikate oder Inspektionsnachweise erforderlich sein. Kläre das vorab mit deinem chinesischen Empfänger oder einem Zollspediteur.
Tracking und Statusverfolgung
Bei Kurierdiensten wie DHL Express, FedEx oder UPS erhältst du eine internationale Tracking-Nummer, die über die Webseite des jeweiligen Carriers bis zur Zustellung in China verfolgbar ist. Nach Übergabe an chinesische Carrier kann die Sendungsverfolgung je nach Dienst weiterlaufen (SF Express bei DHL-Kooperationen) oder eingeschränkt sein.
Bei EMS-Sendungen der Deutschen Post ist das Tracking bis zur Übergabe an China Post möglich, danach wird der Scan oft unregelmäßiger. Bei Seefrachtsendungen über Speditionen hängt die Tracking-Qualität stark vom gewählten Dienstleister und der eingesetzten TMS-Software ab.
Fazit: Den richtigen Versandweg nach China wählen
Für Einzelpakete und eilige Sendungen bis 30 kg sind DHL Express, UPS oder FedEx die erste Wahl. Die Kosten sind höher, aber der Prozess ist unkompliziert und das Tracking zuverlässig. Für leichte Kleinsendungen bis 2 kg lohnt sich ein Blick auf EMS der Deutschen Post. Bei regelmäßigen Warenexporten in größeren Mengen ist Luftfracht über Speditionen oder Seefracht wirtschaftlicher. Wichtig ist in jedem Fall, die Zollpflichten auf beiden Seiten ernst zu nehmen. Eine fehlerhafte oder unvollständige Zolldokumentation kann Sendungen um Wochen verzögern und unnötige Kosten verursachen.
Beginne mit einer Pilotlieferung über einen der großen Kurierdienste, um den Prozess kennenzulernen. Sobald du regelmäßige Volumina aufbaust, lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Zollspediteur, der den China-Export routinemäßig abwickelt.
FAQ: Paket nach China versenden
Muss ich beim Versand nach China Zoll zahlen?
Beim Export aus Deutschland gilt: Ab einem statistischen Warenwert von 1.000 Euro ist eine Ausfuhranmeldung Pflicht. Auf chinesischer Seite fallen Importzölle und Mehrwertsteuer je nach Warengruppe und HS-Code an. Wer die Zollpflichten trägt, regeln die vereinbarten Incoterms.
Wie lange dauert ein Paket von Deutschland nach China?
Kurierdienste wie DHL Express, UPS und FedEx liefern in 3 bis 5 Werktagen. EMS-Pakete der Deutschen Post benötigen 5 bis 10 Werktage. Luftfrachtsendungen über Speditionen brauchen 5 bis 10 Werktage Gesamtlaufzeit, Seefracht 4 bis 8 Wochen.
Was kostet ein Paket nach China mit DHL?
Die Kosten hängen von Gewicht, Volumen und aktuellem Tarif ab. Als grobe Orientierung: Ein 5-kg-Paket mit DHL Express nach China kostet je nach aktuellem Treibstoffzuschlag zwischen 80 und 150 Euro. Bei regelmäßigen Sendungen lohnen sich Vertragskonditionen.
Welche Dokumente brauche ich für den Versand nach China?
Für gewerbliche Sendungen mindestens eine Commercial Invoice (Handelsrechnung) mit HS-Code, eine Packliste und je nach Vereinbarung ein Ursprungszeugnis. Für Sendungen über 1.000 Euro zusätzlich eine Ausfuhranmeldung über das ATLAS-System.
Was darf ich nicht nach China schicken?
China hat eine strenge Liste verbotener und beschränkter Einfuhrwaren. Dazu gehören unter anderem nicht zugelassene Lebensmittel, bestimmte Elektronikartikel mit sensitiven Chips, nicht registrierte Kosmetika und Druck- oder Medienerzeugnisse politischer Natur. Prüfe vorab die chinesischen Einfuhrbestimmungen für deine spezifische Warengruppe.
