
Wenn es um Kunst geht, ist Kaffee seit jeher eine Quelle der Inspiration – ob als zentrales Element im Kunstwerk selbst oder als Wachmacher für den Künstler bei langen Stunden vor der Staffelei, am Schreibtisch oder hinter der Kamera.
Doch nicht nur das fertige Getränk begeistert: Auch die Zubereitung hat ihren ganz eigenen Reiz. Im Zeitalter der Heim-Baristas stehen moderne Geräte dem Kaffee in Sachen Bedeutung in nichts nach. Eine hochwertige Sage Siebträgermaschine zum Beispiel steht heute längst nicht mehr nur für perfekten Milchschaum, sondern auch für Stil und Haltung. Besonders das Kino hat die Möglichkeiten genutzt, die der Hype um die Heim-Espressomaschine bietet. Die Leinwand hat das Gerät vom bloßen Hintergrundrequisit zum echten Stilelement gemacht – oder zumindest zu einer bewussten Requisite, die einiges über den Charakter verrät, der den Siebträger bedient.
Wir haben einige der bekanntesten, markantesten und überraschendsten Filmauftritte von Kaffeemaschinen zusammengestellt. Schnapp dir also eine Tasse Kaffee und mach es dir gemütlich! Aber sei gewarnt: Danach wirst du eine Espressomaschine vielleicht nie wieder mit denselben Augen sehen – egal ob im Film oder auf deiner eigenen Küchenzeile.
Bettgeflüster (Pillow Talk, 1959) Mit der legendären Schauspielerin und Sängerin Doris Day in der Hauptrolle erzählt Bettgeflüster die Geschichte einer jungen, wunderschönen Innenarchitektin und eines charmanten Playboys, die durch eine gemeinsame Telefonanleitung zusammengeführt werden. Was folgt, ist eine spritzige Komödie voller Witz, Charme, kleiner Betrügereien und natürlich der Liebe.
Doch wie brüht die elegante Hauptfigur ihren Kaffee? Sie nutzt eine Chemex – einen mittlerweile ikonischen manuellen Kaffeebereiter, der in den 1950ern als absolute Neuheit galt. Die Chemex wurde bereits 1941 erfunden und schaffte es tatsächlich auf die Liste der 100 am besten gestalteten Produkte der Moderne des Illinois Institute of Technology – kurz bevor Bettgeflüster in die Kinos kam. Eine Tatsache, die der schicken, trendbewussten Protagonistin des Films keineswegs entgangen sein dürfte. Dass also genau diese stilvolle Chemex ihre Küche ziert, ist absolut kein Zufall!
James Bond 007 – Leben und sterben lassen (1973)
Im achten Teil der James-Bond-Reihe nimmt es der berühmte Agent 007 mit einer Bande drogenschmuggelnder Gangster in der Karibik auf. Klar, Bonds Fähigkeiten bei der Ausführung seiner Geheimmissionen sind unbestritten – doch eine Szene zeigt, dass seine Barista-Künste nicht ganz auf demselben Niveau sind.
Als M, der Leiter des Geheimdienstes, Bond zu Hause besucht, beschließt Bond, ihm einen Kaffee anzubieten. Der Geheimagent (gespielt von Roger Moore) mahlt die Bohnen frisch mit einer wuchtigen Kaffeemühle im Vintage-Stil und wendet sich dann seiner Espressomaschine zu: keiner Geringeren als der luxuriösen „Europiccola“ von La Pavoni – einem Modell, das sich damals nur die Reichsten leisten konnten.

Was dann folgt, ist allerdings deutlich weniger glamourös: Bond zieht einen wässrigen Espresso-Shot, gießt kalte Milch hinzu und schäumt das Ganze direkt in der Tasse auf, bevor er es M auf einer vollgespritzten Untertasse reicht. „Ist das alles?“, witzelt M, während er auf die schicke Maschine zeigt, sichtlich unbeeindruckt. Es zeigt sich eben: Selbst die teuerste Ausrüstung macht noch keinen guten Kaffee – und selbst der bekannteste Geheimagent der Welt könnte ab und zu ein Barista-Training gebrauchen!
Der talentierte Mr. Ripley (The Talented Mr. Ripley, 1999)
Ausgerechnet La Pavoni’s „Europiccola“ – genau das Modell, mit dem sich Mr. Bond so ungeschickt anstellte – taucht mehr als zwei Jahrzehnte später in einem weiteren Erfolgsfilm auf. In Der talentierte Mr. Ripley sieht man den steinreichen Dickie Greenleaf (Jude Law) morgens an seiner Espressomaschine hantieren, bevor er scherzhaft anmerkt, dass es der Kaffee sei, der seine wunderschöne Freundin immer wieder in seine luxuriöse Villa locke. „Es ist nicht die Liebe, es ist meine Kaffeemaschine“, verkündet Dickie. Und wer weiß: Mit einer „Europiccola“ auf der Küchenzeile könnte er damit gar nicht so falsch liegen!
Die Sopranos (The Sopranos, 1999–2007)
Da sich die legendäre Serie Die Sopranos um die italienische Mafia dreht, überrascht es kaum, dass Anspielungen auf Kaffee an der Tagesordnung sind. Eine der auffälligsten Erwähnungen betrifft eine Espressomaschine, die Tony Soprano und seiner Familie von einem Mafia-Kollegen geschenkt wird. „Die halbautomatische Chrom-Espressomaschine von Elektra“, liest Tonys Frau Carmela nach dem Auspacken des edlen Geschenks laut vor. Es handelt sich um eine „Elektra Micro Casa“ – ein luxuriös gestaltetes, unverschämt teures Modell, das einem Mafia-Boss definitiv würdig ist.
Später in der Staffel lehnt Tony jedoch eine Tasse Kaffee ab, die ihm seine Frau anbietet, und beschwert sich, dass der letzte Kaffee seltsam geschmeckt habe. „Das Heizelement ist verrostet, ich hab’s dir doch gesagt“, entgegnet Carmela genervt – und lässt die Zuschauer mit dem Gefühl zurück, dass sowohl Tonys extravagante Espressomaschine als auch seine leidgeprüfte Ehefrau eine etwas bessere Behandlung verdient hätten.
Vom Kaffeebrühen zum Statement Man sagt, Kaffee sei mehr als nur ein Getränk – und eine Espressomaschine ist weit mehr als ein einfaches Küchengerät. Genauso wie Filme Kaffeemaschinen nutzen, um etwas über ihre Charaktere und deren Welt zu verraten, wählen auch wir Kaffeeliebhaber ein Gerät, das etwas über uns aussagt. Unterschätze also nicht die Espressomaschine, die auf der Küchenzeile deiner neuen Bekanntschaft steht: Sie brüht nicht nur Kaffee, sondern erzählt auch eine Geschichte!
