- Die USA sind kein EU-Mitglied – jede Sendung unterliegt der US-Zollpflicht (CBP).
- Die frühere De-minimis-Grenze von 800 USD wurde 2025 ausgesetzt: Seit dem 29. August 2025 sind grundsätzlich alle Warensendungen in die USA zoll- und anmeldepflichtig.
- Für Waren aus der EU gilt seit dem Handelsdeal 2025 in den meisten Fällen ein Basiszollsatz von 15 Prozent; echte Geschenke von privat an privat bleiben bis 100 USD abgabenfrei.
- Kurierdienste (DHL Express, UPS, FedEx) erreichen die USA in 2–5 Werktagen; Standard-Post braucht 1–3 Wochen.
- Pflichtdokumente: CN22/CN23 für Postsendungen, Handelsrechnung für alle Kuriersendungen.
- Bestimmte Waren sind in den USA streng reglementiert oder verboten – Lebensmittel, Alkohol und Tabak gehören dazu.
Wer ein Paket in die USA schicken will, steht vor anderen Rahmenbedingungen als beim Versand in EU-Länder – und die haben sich zuletzt deutlich verschärft: Die berühmte De-minimis-Grenze von 800 USD, unter der Sendungen zollfrei blieben, wurde per Executive Order zum 29. August 2025 für alle Länder ausgesetzt. Seitdem ist praktisch jede Warensendung in die USA zollpflichtig. Ob du als E-Commerce-Händler regelmäßig in die USA exportierst oder einmalig ein Privatpaket sendest: Dieser Leitfaden zeigt dir, was zolltechnisch gilt, welche Anbieter den DE-US-Versand abdecken und worauf du bei Dokumenten und verbotenen Waren achten musst.
Ob du als E-Commerce-Händler regelmäßig in die USA exportierst oder einmalig ein Privatpaket sendest: Dieser Leitfaden zeigt dir, was zolltechnisch gilt, welche Anbieter den DE-US-Versand abdecken und worauf du bei Dokumenten und verbotenen Waren achten musst.
Zoll in den USA: Das Ende der De-minimis-Grenze
Der US-Zoll wird durch die U.S. Customs and Border Protection (CBP) geregelt. Jahrzehntelang galt: Sendungen bis 800 USD Warenwert kamen dank der De-minimis-Regel ohne Zollabgaben ins Land. Damit ist Schluss. Mit Executive Order vom 30. Juli 2025 wurde die De-minimis-Behandlung für alle Länder aufgehoben – wirksam seit dem 29. August 2025 für Kurier- und Frachtsendungen, für klassische Postsendungen greift seit dem 24. Juli 2026 ein neues vereinfachtes Anmeldeverfahren („postal informal entry“ für Sendungen bis 2.500 USD). Der US-Kongress hat zudem beschlossen, die gesetzliche Grundlage der Regel zum 1. Juli 2027 endgültig zu streichen.
Ausnahmen gibt es nur noch wenige: Echte Geschenke von privat an privat bleiben bis 100 USD abgabenfrei, persönliche Gegenstände von Reisenden bis 200 USD. Alles andere ist anmelde- und zollpflichtig – unabhängig vom Warenwert.
Zum Vergleich: In der EU liegt die entsprechende Grenze bei nur 150 Euro – die USA sind hier deutlich großzügiger. Für kleinere E-Commerce-Sendungen bedeutet das in der Praxis, dass viele Pakete gar keine Zollkosten auslösen.
Für die Höhe der Abgaben gilt: Die US-Zolltarife richten sich nach dem Harmonized Tariff Schedule (HTS). Für Waren mit Ursprung in der EU wird seit dem Zoll-Deal zwischen den USA und der EU vom Sommer 2025 in den meisten Warengruppen ein Basiszollsatz von 15 Prozent erhoben. Der konkrete Satz hängt vom HS-Code der Ware und vom Ursprungsland ab – bei gemischten Sendungen zählt jede Warenkategorie einzeln. Da sich die US-Zollpolitik derzeit schnell ändert, lohnt vor dem Versand ein Blick auf die aktuellen Hinweise deines Versanddienstleisters.
Für kommerzielle Sendungen über 2.500 USD ist außerdem ein formelles Einfuhrverfahren (Formal Entry) mit dem CBP Form 7501 erforderlich. Das übernimmt in der Regel der beauftragte Kurierdienst oder ein US-amerikanischer Zollagent (Customs Broker).
Weitere Zollinfos zu aktuellen Entwicklungen findest du in unserem Artikel zu den Zoll-Reformen 2026.
Pflichtdokumente für den USA-Versand
Welche Dokumente du benötigst, hängt davon ab, wie du versendest und ob es sich um eine private oder kommerzielle Sendung handelt.
CN22 und CN23 – für Postsendungen
Beim Versand über die Deutsche Post verwendest du das CN22 (für Waren bis ca. 300 SDR Wert und unter 2 kg) oder das CN23 (für schwerere oder höherwertige Sendungen). Diese grünen Zolletiketten beschreiben Inhalt, Gewicht, Warenwert und Ursprungsland. Sie werden direkt auf das Paket aufgeklebt oder am Paket befestigt.
Handelsrechnung – Pflicht bei Kurierdiensten
Sendest du über DHL Express, UPS oder FedEx, ist eine Handelsrechnung (Commercial Invoice) Pflicht – auch wenn die Ware verschenkt wird (dann eine Proformarechnung). Die Rechnung enthält Absender- und Empfängerdaten, eine genaue Warenbeschreibung, den HS-Code, den Warenwert, die Stückzahl, das Ursprungsland sowie den Versandgrund (Sale, Gift, Sample, etc.).
Kurierdienste bieten in ihren Online-Portalen meist integrierte Tools zur Erstellung dieser Dokumente an. Trotzdem lohnt es sich, die Angaben selbst zu prüfen, denn fehlerhafte Zolldokumente sind der häufigste Grund für Verzögerungen im US-Zoll.
EIN-Nummer bei B2B-Sendungen
Handelt es sich um eine B2B-Sendung an ein US-Unternehmen und überschreitet der Warenwert bestimmte Schwellen, kann der US-Empfänger eine Employer Identification Number (EIN) benötigen. Diese Nummer identifiziert das empfangende Unternehmen gegenüber dem CBP. Kläre das im Vorfeld mit deinem US-Kunden, um Zollsperren zu vermeiden.

Anbieter für den Versand von Deutschland in die USA
Für den DE-US-Versand stehen dir mehrere etablierte Anbieter zur Verfügung. Jeder deckt unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich Laufzeit, Preis und Service ab.
DHL Express
DHL Express ist mit dem Produkt „Express Worldwide“ eine der meistgenutzten Optionen für den US-Versand aus Deutschland. Laufzeiten von 2–3 Werktagen sind Standard, bei Bedarf auch schneller mit „Express 9:00“ oder „Express 12:00“. Die Zolldokumentation wird im MyDHL+-Portal erstellt. DHL übernimmt bei Standardsendungen auch die Zollabwicklung im Auftrag des Empfängers.
UPS
UPS bietet mit „Worldwide Express“ und „Worldwide Saver“ zuverlässige Optionen für den US-Versand. Die Integration in Shopsysteme läuft über die UPS API oder das Versandportal. Besonders für höhere Sendungsvolumen und B2B-Kunden bietet UPS günstigere Konditionen durch Vertragspreise.
FedEx
FedEx ist auf dem US-Markt besonders tief verwurzelt, was sich in schnellen Zustellzeiten und einem dichten Netzwerk innerhalb der USA bemerkbar macht. „FedEx International Priority“ liefert typischerweise in 2–3 Werktagen. Für E-Commerce bietet FedEx außerdem Cross-Border-Services mit automatisierter Zollabwicklung an.
Deutsche Post / DHL Päckchen International
Für preissensitive Sendungen ohne Zeitdruck ist die Deutsche Post eine günstige Alternative. Das Päckchen International erreicht die USA in 1–3 Wochen; günstigere Päckchen-Optionen mit Economy-Laufzeit können länger dauern. Ein wichtiger Punkt: In den USA wird die Sendung nach der Einreise an den USPS (United States Postal Service) übergeben. Das Tracking läuft dann unter einer USPS-Trackingnummer weiter.
Einen strukturierten Vergleich verschiedener Versanddienstleister für deinen Online-Shop findest du auch in unserem Überblick zur Multi-Carrier-Versandsoftware.
Verbotene und eingeschränkte Waren in den USA
Die USA haben vergleichsweise strenge Einfuhrregelungen für bestimmte Warenkategorien. Einige Verbote gelten absolut, andere erfordern spezielle Genehmigungen oder können nur unter bestimmten Bedingungen eingeführt werden.
Absolut verboten oder stark eingeschränkt:
- Lebensmittel und pflanzliche Produkte: Frisches Obst, Gemüse und viele verarbeitete Lebensmittel unterliegen strengen Regeln der FDA und des USDA. Ohne entsprechende Genehmigung werden sie konfisziert.
- Alkohol: Die Einfuhr von Alkohol durch nicht autorisierte Importeure ist in den USA bundesweit verboten. Ausnahmen gelten nur für lizenzierte Importeure.
- Tabakprodukte: E-Zigaretten und Vaping-Produkte unterliegen seit 2020 einem faktischen Einfuhrverbot für den Postversand. Traditionelle Zigaretten sind stark reguliert.
- Bestimmte Textilien: Textilien müssen korrekte Labeling-Anforderungen der FTC erfüllen. Bestimmte Materialien aus Ländern mit Handelssanktionen sind verboten.
- Waffen und Munition: Jegliche Schusswaffen und Munition unterliegen umfangreichen Genehmigungspflichten. Als Privatperson kannst du Waffen faktisch nicht in die USA versenden.
- Gefahrgut: Batterien (Lithium), Chemikalien und andere Gefahrgüter erfordern besondere Verpackung und Deklaration nach IATA/IMDG-Vorschriften.
Im Zweifel gilt: Prüfe vor dem Versand die aktuellen CBP-Bestimmungen oder konsultiere einen Zollagenten. Eine fehlerhafte Sendung kann zur Konfiszierung und zu Bußgeldern führen.
Tracking und Zustellung in den USA
Kurierdienste wie DHL Express, UPS und FedEx bieten durchgängiges Tracking vom Absender bis zur Haustür in den USA. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber der Deutschen Post, wo das Tracking nach Übergabe an den USPS auf eine neue Trackingnummer wechselt – was gelegentlich zu Verwirrung bei Kunden führt.
Bei Sendungen über die Post empfiehlt es sich, die US-USPS-Trackingnummer beim Versand mitzuliefern oder sie im Nachhinein über den USPS-Trackingservice abzurufen. Kurierdienste übermitteln Sendungsbenachrichtigungen automatisch per E-Mail an den Empfänger.
Tipps für E-Commerce-Händler
Wenn du regelmäßig in die USA exportierst, lohnen sich einige strukturelle Überlegungen:
- Abgaben transparent kalkulieren: Seit dem Ende der De-minimis-Regel fallen auch bei kleinen Warenwerten US-Zölle an. Kalkuliere die Abgaben in deine Preise ein oder weise sie im Checkout klar aus, damit dein US-Kunde nicht von der Zollrechnung überrascht wird.
- HS-Codes vorab prüfen: Der zutreffende US-Zollsatz hängt vom HS-Code jeder Ware ab – seit 2025 auch bei kleinen Sendungen. Saubere Codes beschleunigen die Abfertigung und vermeiden Nachforderungen.
- Versandkosten transparent ausweisen: US-Kunden sind zolltechnisch selbst verantwortlich für die Einfuhrkosten (außer bei DDP – Delivered Duty Paid). Kommuniziere das klar im Checkout.
- Kurier für zeitkritische Sendungen: Für B2B-Kunden in den USA ist Express-Versand mit Tracking die richtige Wahl. Standard-Post empfiehlt sich nur für unkritische Privatsendungen.
- Retouren vorausplanen: Retouren aus den USA zurück nach Deutschland durchlaufen ebenfalls den Zoll. Stimme das mit deinem Logistikdienstleister ab.
Fazit
Das Paket in die USA zu versenden ist weiterhin gut machbar – aber die Zeiten des zollfreien Versands sind vorbei. Seit der Aussetzung der De-minimis-Regel 2025 ist praktisch jede Warensendung zollpflichtig, für EU-Waren meist mit dem 15-Prozent-Basiszoll. Plane die Abgaben in deine Kalkulation ein, kläre mit dem Empfänger, wer sie trägt (DDP oder DDU), und halte HS-Codes und Zolldokumente sauber. Bei der Anbieterwahl kommt es auf dein Sendungsprofil an.
Bei der Anbieterwahl kommt es auf deine Prioritäten an: Express-Kurierdienste bieten in der Regel kürzere Laufzeiten und lückenloses Tracking bis zur Zustellung. Postalische Optionen sind kostengünstiger, das Tracking wechselt nach der US-Einreise in das dortige Zustellsystem. Was du versendest, entscheidet außerdem darüber, ob überhaupt eine Einfuhr möglich ist. Lebensmittel, Alkohol und bestimmte Elektronik gehören zu den kritischen Kategorien.
Kurz gesagt: Wer strukturiert vorgeht, die Zolldokumente korrekt ausfüllt und die Warengrenzen kennt, versendet problemlos in die USA.
FAQ
Ist ein Paket in die USA noch zollfrei möglich?
Praktisch gar nicht mehr: Die De-minimis-Regel (zollfrei bis 800 USD) ist seit dem 29. August 2025 für alle Länder ausgesetzt. Abgabenfrei bleiben nur noch echte Geschenke von privat an privat bis 100 USD sowie persönliche Gegenstände von Reisenden bis 200 USD. Kommerzielle Sendungen sind unabhängig vom Wert zollpflichtig.
Welche Dokumente brauche ich für ein Paket in die USA?
Bei Postsendungen via Deutsche Post benötigst du das CN22- oder CN23-Zolletikett. Bei Kurierdiensten (DHL Express, UPS, FedEx) ist eine Handelsrechnung (Commercial Invoice) oder Proformarechnung Pflicht. Für kommerzielle Sendungen über 2.500 USD kommt das CBP Form 7501 hinzu.
Wie lange dauert ein Paket von Deutschland in die USA?
Über Kurierdienste wie DHL Express, UPS oder FedEx dauert die Zustellung in der Regel 2–5 Werktage. Per Deutsche Post mit Standardversand rechne mit 1–3 Wochen, günstigere Optionen können auch länger dauern.
Welche Waren darf ich nicht in die USA schicken?
Zu den verbotenen oder stark eingeschränkten Waren in den USA zählen frische Lebensmittel und pflanzliche Produkte, Alkohol, Tabak und E-Zigaretten, bestimmte Chemikalien sowie Waffen und Munition. Lithiumbatterien unterliegen Gefahrgutvorschriften.
Was bedeutet CBP Form 7501?
Das CBP Form 7501 ist der offizielle US-Zolleinfuhrbeleg für formelle Einfuhrverfahren. Er wird benötigt, wenn der Warenwert einer kommerziellen Sendung 2.500 USD übersteigt. Die Abwicklung erfolgt in der Regel durch den beauftragten Kurierdienst oder einen US-Customs-Broker.
