Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Meldebestand ist der Bestellpunkt: Wird er unterschritten, wird nachbestellt.
- Er berechnet sich aus Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit plus Sicherheitsbestand.
- Ziel ist, dass neue Ware eintrifft, bevor der Bestand aufgebraucht ist.
- Ein zu niedriger Meldebestand führt zu Fehlmengen, ein zu hoher zu Überbeständen.
- Verbrauch und Lieferzeiten sollten regelmäßig überprüft und der Wert angepasst werden.
Wann muss nachbestellt werden, damit die Ware rechtzeitig da ist, ohne unnötig viel auf Lager zu legen? Diese Frage beantwortet der Meldebestand. Er markiert den Punkt, an dem eine Bestellung ausgelöst wird, und ist eine der wichtigsten Stellgrößen im Bestandsmanagement.
Der Meldebestand baut auf dem Sicherheitsbestand auf und ist eine zentrale Größe unter den Lagerkennzahlen. Die Datenbasis dafür liefert eine saubere Inventur.
So wird der Meldebestand berechnet
Die Grundformel ist einfach und lässt sich für die meisten Artikel direkt anwenden:
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das Prinzip: Bei einem Tagesverbrauch von 50 Stück, einer Wiederbeschaffungszeit von 5 Tagen und einem Sicherheitsbestand von 100 Stück ergibt sich ein Meldebestand von 50 × 5 + 100 = 350 Stück. Sobald der Bestand auf 350 Stück sinkt, wird nachbestellt.
| Größe | Beispielwert |
|---|---|
| Durchschnittlicher Tagesverbrauch | 50 Stück |
| Wiederbeschaffungszeit | 5 Tage |
| Sicherheitsbestand | 100 Stück |
| Meldebestand (Ergebnis) | 350 Stück |
Die Bestandteile im Detail
Tagesverbrauch
Der durchschnittliche Bedarf pro Tag, ermittelt aus Vergangenheitsdaten oder Prognosen.
Wiederbeschaffungszeit
Die Zeit von der Bestellung bis zum verfügbaren Wareneingang.
Sicherheitsbestand
Ein Puffer gegen Schwankungen bei Verbrauch und Lieferzeit.
Bestellpunkt
Der Meldebestand selbst, an dem die Bestellung automatisch ausgelöst wird.
Meldebestand in der Praxis pflegen
Den durchschnittlichen Tagesverbrauch aus verlässlichen Daten bestimmen und Saisonalität beachten.
Die reale Lieferzeit erfassen, nicht die zugesagte. Verzögerungen einkalkulieren.
Den Puffer an Schwankungsbreite und gewünschtem Servicegrad ausrichten.
Die Werte in die Formel einsetzen und den Bestellpunkt festlegen.
Verbrauch und Lieferzeiten ändern sich. Der Meldebestand sollte regelmäßig angepasst werden.

Häufige Fehler beim Meldebestand
Das solltest du vermeiden
- Veraltete Verbrauchswerte: alte Zahlen führen zu falschen Bestellpunkten.
- Lieferzeit zu optimistisch: wer nur die zugesagte Zeit ansetzt, riskiert Fehlmengen.
- Sicherheitsbestand vergessen: ohne Puffer schlägt jede Schwankung sofort durch.
- Saisonalität ignoriert: ein starrer Wert passt nicht zu schwankendem Bedarf.
- Nie überprüft: einmal gesetzt und vergessen verliert der Meldebestand seine Genauigkeit.
Fazit
Der Meldebestand ist der Bestellpunkt, an dem rechtzeitig nachbestellt wird. Berechnet aus Tagesverbrauch, Wiederbeschaffungszeit und Sicherheitsbestand sorgt er dafür, dass Ware eintrifft, bevor der Bestand leer ist, ohne unnötig viel Kapital zu binden. Entscheidend ist, die Eingangswerte realistisch zu wählen und regelmäßig zu überprüfen. Dann ist der Meldebestand ein zuverlässiges Werkzeug gegen Fehlmengen und Überbestände zugleich.
Häufige Fragen zum Meldebestand
Was ist der Meldebestand?
Der Meldebestand ist der Bestellpunkt im Lager. Wird er unterschritten, wird eine Nachbestellung ausgelöst, damit neue Ware eintrifft, bevor der Bestand aufgebraucht ist.
Wie berechnet man den Meldebestand?
Mit der Formel: durchschnittlicher Tagesverbrauch multipliziert mit der Wiederbeschaffungszeit in Tagen, plus Sicherheitsbestand. Das Ergebnis ist der Bestand, bei dem nachbestellt wird.
Was ist der Unterschied zwischen Meldebestand und Sicherheitsbestand?
Der Sicherheitsbestand ist der Puffer gegen Schwankungen. Der Meldebestand umfasst zusätzlich den Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit und markiert den Zeitpunkt der Bestellung.
Was passiert bei einem zu niedrigen Meldebestand?
Dann wird zu spät bestellt und es drohen Fehlmengen, weil neue Ware nicht rechtzeitig eintrifft. Ein zu hoher Meldebestand führt umgekehrt zu unnötig hohen Beständen.
Wie oft sollte der Meldebestand überprüft werden?
Regelmäßig, da sich Verbrauch und Lieferzeiten ändern. Bei saisonalen Artikeln oder schwankender Nachfrage ist eine häufigere Anpassung sinnvoll, um Fehlmengen und Überbestände zu vermeiden.
Welche Wiederbeschaffungszeit ist anzusetzen?
Die realistische Zeit von der Bestellung bis zum verfügbaren Wareneingang, inklusive typischer Verzögerungen. Wer nur die zugesagte Lieferzeit ansetzt, riskiert bei Verzögerungen Fehlmengen.
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