Das GS1-Transportetikett kennt genau eine Pflichtangabe. Die Allgemeinen GS1 Spezifikationen legen fest: Der SSCC ist das einzige obligatorische Element für alle GS1-Transportetiketten. Welche weiteren Datenbezeichner hinzukommen, kann laut GS1 Germany je nach Informationsbedarf der Warenempfänger und nach Absprache zwischen den Partnern in der Lieferkette variieren. Darin liegt das Risiko: Die Pflicht ist schnell erfüllt, aber was zusätzlich auf das Etikett soll und wie es gedruckt und angebracht wird, muss jedes Unternehmen selbst richtig machen.
Was der SSCC leistet
Der SSCC (Serial Shipping Container Code) ist eine unverwechselbare Seriennummer für jede Transporteinheit. Das Unternehmen, das die Transporteinheit bildet, erzeugt den SSCC. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme am GS1 System, also eine von einer GS1 Organisation zugewiesene Basisnummer.
Der SSCC verbindet die Palette mit den Daten über die Palette. Wird der SSCC erfasst, lässt sich die tatsächliche Transportbewegung mit den elektronischen Meldungen abgleichen, die diese Bewegung abbilden. Auf dieser Grundlage lassen sich Anwendungen wie Cross Docking, die Verfolgbarkeit von Waren und die automatisierte Warenannahme umsetzen.
Aufbau: drei Bausteine, nur einer ist Pflicht
Ein GS1-Transportetikett besteht aus drei Bausteinen:
- Oben kann alles stehen, zum Beispiel Text, Grafiken oder Angaben zur Transporteinheit, die nicht im Strichcode codiert sind.
- In der Mitte steht Klartext, der die im Strichcode codierten Informationen wiederholt, mit Kurztiteln statt Datenbezeichnern.
- Unten stehen die Strichcodes einschließlich Klarschriftzeile.
Nur der untere Baustein ist verpflichtend. Die Informationen lassen sich zusätzlich in bis zu drei Segmente gliedern: für den Transportdienstleister, den Kunden und den Hersteller. Werden die Segmente als separate Etiketten gedruckt, müssen sie vertikal nah untereinander liegen, und das Segment mit dem SSCC muss zuunterst platziert werden.
Codiert werden die Daten im Strichcode GS1-128. Neben dem SSCC können dort weitere Angaben zur Transporteinheit stehen, etwa die GLN der Lieferadresse, eine Chargennummer oder Gewichtsangaben.
Formate: A6 oder A5
Die Größe des Etiketts bestimmt derjenige, der es erstellt. Die GS1 Spezifikationen nennen Formate, die die Geschäftsanforderungen der meisten Anwender abdecken. A6 (105 × 148 mm) und 100 × 150 mm (4 × 6 inch) eignen sich besonders, wenn nur der SSCC oder der SSCC mit wenigen Zusatzdaten codiert wird. Als weitere Formate nennt die Spezifikation A5 (148 × 210 mm) und 150 × 200 mm (6 × 8 inch).
Für den Strichcode selbst nennt GS1 Germany Mindestwerte: ein X-Modul von mindestens 0,495 mm, eine Barcodehöhe von mindestens 31,75 mm und Hellzonen links und rechts von mindestens 10 Modulen.
Platzierung: 400 bis 800 Millimeter über dem Boden
Ein korrekt gedrucktes Etikett nützt wenig, wenn der Scanner es nicht erreicht. Auf Paletten müssen alle GS1-Strichcodes in einem Bereich zwischen 400 mm und 800 mm über der Standfläche angebracht werden. Bei Paletten, die niedriger als 400 mm sind, müssen die Strichcodes so hoch wie möglich sitzen. Die Symbole einschließlich Hellzone müssen mindestens 50 mm von allen vertikalen Kanten entfernt sein, damit sie beim Transport nicht beschädigt werden.
Für Paletten empfehlen die GS1 Spezifikationen zwei identische Transportetiketten auf zwei angrenzenden Seiten. Wenn möglich, sitzt eines auf einer kurzen Seite und das zweite auf der rechts davon liegenden langen Seite.
Wo es in der Praxis hakt
Die Checkliste von GS1 Germany geht weit über den SSCC hinaus und betrifft vor allem die Details der Codierung. Zu prüfen ist unter anderem:
- ob die Prüfziffern von GTIN und NVE (SSCC) korrekt berechnet sind,
- ob nach Datenfeldern variabler Länge das FNC1-Zeichen als Trennzeichen gesetzt ist,
- ob Datenelemente fester Länge zuerst stehen,
- ob die Klammern aus der Klarschriftzeile nicht im Barcode mitverschlüsselt sind,
- ob alle strichcodierten Informationen auch als Klartext im Mittelsegment stehen.
GS1 Germany empfiehlt außerdem, das fertige Etikett prüfen zu lassen. Wer den Inhalt vorher mit dem Kunden abstimmt und das Layout prüfen lässt, kann spätere Nachetikettierung im Wareneingang des Partners vermeiden.
Wenn das Etikett auch funken soll
Ein Logistiketikett kann zusätzlich einen RFID-Tag tragen. Die aufgedruckten Daten werden dann auch im Speicher des Tags abgelegt. Mehrere RFID-Logistiketiketten lassen sich gleichzeitig lesen, und beim Lesen ist keine direkte Sicht auf das Etikett nötig. Das beschleunigt Versand, Inventur und Nachverfolgung von Versandstücken. Auch RFID-Logistiketiketten nach GS1-Standard arbeiten mit den GS1-Nummern, etwa SSCC, GTIN und GLN.
Etiketten und Software aus einer Hand
Etisoft fertigt GS1-Logistiketiketten, darunter Thermoetiketten, Linerless-Etiketten sowie Folienetiketten und Etikettenanhänger, und bietet RFID-Logistiketiketten an. Für die Gestaltung und den Druck von Etiketten entwickelt Etisoft die hauseigene Software ETILABEL. Nach einem Software-Audit hat ETILABEL das Zertifikat zur Konformität mit dem GS1-System und -Standard erhalten. Die Software unterstützt korrekte GS1-Code-Strukturen, unter anderem GS1-128, SSCC und 2D-Codes.
Fazit
Das GS1-Transportetikett ist in seiner Pflicht minimal und in seiner Wirkung maximal. Ein einziger korrekt codierter SSCC an der richtigen Stelle der Palette entscheidet, ob der Wareneingang die Palette per Scan bucht oder ob jemand die Daten von Hand nachträgt. Stimmen Sie den Inhalt mit dem Empfänger ab, prüfen Sie Codierung und Druck und bringen Sie das Etikett dort an, wo der Scanner es erreicht.
