Wer einen Fuhrpark mit Transportern, Lkw oder Servicefahrzeugen steuert, arbeitet ohne digitale Unterstützung schnell mit veralteten Daten. Wo steht welches Fahrzeug, wann ist die nächste Inspektion fällig, und wie entwickelt sich der Kraftstoffverbrauch? Eine Flottenmanagement-Software bündelt diese Informationen in einer Plattform, meist gespeist aus einem Telematik-Gerät im Fahrzeug.
In dieser Übersicht stellen wir dir fünf Anbieter mit Sitz außerhalb des deutschsprachigen Raums vor. Du erfährst, welche Funktionen sie auf ihren Websites nennen, wie der Einstieg funktioniert und welche Preise öffentlich ausgewiesen sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei der fünf Anbieter, Fleetio und Quartix, nennen konkrete Preise auf ihrer Website. Bei den übrigen läuft der Weg über Demo, Konfigurator oder Angebot.
- Wo Preise genannt werden, gelten sie pro Fahrzeug und Monat, teils mit Mindestlaufzeit oder jährlicher Zahlung.
- Mehrere Lösungen kombinieren Hardware im Fahrzeug mit einer Cloud-Software. Fleetio konzentriert sich auf die Wartung und bindet Telematik über Integrationen an.
- Kernfunktionen sind Fahrzeugortung, Wartungsplanung, Kraftstoffauswertung und Schnittstellen zu anderen Systemen.
Flottenmanagement-Software im Vergleich: die Übersicht
Die Tabelle fasst die fünf Anbieter zusammen. Wo ein Anbieter keine Preise veröffentlicht, ist das entsprechend vermerkt.
| Anbieter | Kostenloser Einstieg / Test | Bezahlt ab | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Fleetio | Testphase ohne Kreditkarte | 4 US-$ pro Fahrzeug/Monat (Essential, jährliche Zahlung) | Schwerpunkt Wartung, Teile und Werkstattaufträge |
| Motive | Demo auf Anfrage | Preise auf der Website nicht ausgewiesen | Live-Karte mit Verkehrs- und Wetterlage |
| Quartix | Demo, danach kurze Testphase mit einem Fahrzeug möglich | 11,99 € pro Fahrzeug/Monat (Info Point, Standardansicht, je nach Vertragsdauer) | Mietgeräte, Laufzeit 12 bis 60 Monate wählbar |
| Samsara | Demo auf Anfrage | Preis nach Angebot | Fahrzeug-Gateway mit GPS- und CAN-Bus-Schnittstelle |
| Teletrac Navman | Kein Gratis-Tarif ausgewiesen, Einstieg über Anfrage | Über Produkt-Konfigurator der Website bzw. auf Anfrage | Plattform TN360 für gemischte Flotten |
Stand: Oktober 2026, laut Herstellerangaben. US-$-Preise wie auf der Preisseite des Anbieters angegeben; je nach Anbieter kommen Umsatzsteuer und Währungsumrechnung hinzu. Euro-Preise wie vom Anbieter ausgewiesen. Hardware, Installation und Laufzeiten regeln die Anbieter unterschiedlich.
Die 5 Anbieter für Flottenmanagement-Software im Detail
1. Fleetio
Fleetio versteht sich vor allem als Software für die Fahrzeugwartung. Du pflegst darin den Fahrzeugbestand, legst Serviceprogramme und Erinnerungen an und erfasst Mängel, Fehlercodes und Reparaturen. In den höheren Tarifen kommen Werkstattaufträge, Teile- und Lagerverwaltung, Reifenmanagement sowie die Verwaltung von Garantien hinzu.
Daten von Telematik-Anbietern, Tankkarten und weiteren Systemen bindet die Software laut Preisseite über Integrationen und eine API an. Mit der App Fleetio Go erfassen Mitarbeitende unterwegs Tankvorgänge, Serviceeinträge und elektronische Fahrzeugprüfungen. Die App gibt es laut Anbieter auf Englisch und Spanisch.
| Kostenlos/Test | Testphase ohne Kreditkarte |
| Tarife | Essential 4 US-$ pro Fahrzeug und Monat bei jährlicher Zahlung (5 US-$ monatlich), Professional 7 US-$, Premium 10 US-$ (jeweils nur jährlich); Preisbeispiel laut Anbieter für 5 Fahrzeuge |
| Geeignet für | Betriebe, die Wartung und Werkstattabläufe digital organisieren wollen |
| Website | fleetio.com |
2. Motive
Motive bietet eine Plattform für Fuhrparks im Transport, im Bau und in weiteren Branchen. Im Bereich Ortung und Telematik nennt der Anbieter GPS-Updates in Echtzeit, eine Kartenansicht mit Verkehrs- und Wetterlage sowie eine Historie vergangener Fahrten für die Tourenplanung.
Für die Wartung lassen sich laut Motive Prüfformulare je Fahrzeug anpassen und Fehlercodes in Echtzeit melden. Im Bereich Kraftstoff und Nachhaltigkeit wertet die Plattform Leerlauf und weitere Kostentreiber aus und zeigt laut Anbieter, wo sich ein Umstieg auf Elektrofahrzeuge anbietet. Preise nennt Motive auf der Website nicht, der Einstieg erfolgt über eine Demo oder ein Anfrageformular.
| Kostenlos/Test | Demo auf Anfrage |
| Tarife | Preise auf der Website nicht ausgewiesen, Angebot über Anfrageformular |
| Geeignet für | Speditionen, Bauunternehmen und weitere Betriebe mit Nutzfahrzeugen |
| Website | gomotive.com |
3. Quartix
Quartix ist laut eigener Angabe ein börsennotierter Anbieter für Fahrzeugortung und tritt in Deutschland mit eigener Website und Support in deutscher Sprache auf. Die Geräte werden gemietet, laut Anbieter mit lebenslanger Garantie. Laut Quartix fallen keine Installations- oder Einrichtungsgebühren an, die Vertragslaufzeit ist zwischen 12 und 60 Monaten wählbar. Laut Anbieter lassen sich Benzin-, Diesel-, Hybrid- und Elektrofahrzeuge mit einem System erfassen.
Die Tarife bauen aufeinander auf. Info Point liefert GPS-Updates alle zwei Minuten und eine Berichtshistorie über drei Jahre, Info Plus Updates im Minutentakt, Geofencing und detaillierte Fahrtenberichte. Info Drive ergänzt Fahrzeugmanagement sowie geplante und automatisierte Benachrichtigungen. Wartungserinnerungen nennt Quartix ebenfalls als Funktion. Was GPS-Daten für die Disposition leisten können, liest du in unserem Beitrag zum GPS-Tracking im Fuhrparkmanagement.
| Kostenlos/Test | Persönliche Demo, danach laut Anbieter eine kurze Testphase mit einem Fahrzeug möglich |
| Tarife | Info Point 11,99 €, Info Plus 13,99 €, Info Drive 15,99 € pro Fahrzeug und Monat (Standardansicht der Preisseite; der Preis richtet sich laut Anbieter nach Tarif und Vertragsdauer); Enterprise auf Anfrage mit API-Zugang |
| Geeignet für | Handwerks-, Service- und Transportbetriebe mit wenigen oder vielen Fahrzeugen |
| Website | quartix.com |

4. Samsara
Samsara aus San Francisco verbindet Hardware im Fahrzeug mit einer Cloud-Plattform. Das Fahrzeug-Gateway arbeitet laut Anbieter mit Mobilfunk sowie einer GPS- und CAN-Bus-Schnittstelle, ergänzt um Asset-Gateways und Asset-Tags für Anhänger und Geräte. Auf der Plattform siehst du Fahrzeugpositionen in Echtzeit und Diagnosedaten, mit denen sich Ausfälle früh erkennen lassen.
Für die Effizienz nennt Samsara Benachrichtigungen bei Stillstand mit laufendem Motor, Auswertungen zum Kraftstoff- und Energieverbrauch sowie Werkzeuge für die Planung von Elektrofahrzeugen. Hinzu kommen Routenmanagement, Navigation für Nutzfahrzeuge, Wartungsplanung mit Ferndiagnose und Apps mit mobilen Arbeitsabläufen für Verwaltung und Technik. Wie solche Telematik-Daten in die Wartungsplanung einfließen, zeigt unser Beitrag zu Telematik-Daten im Fuhrpark.
| Kostenlos/Test | Demo auf Anfrage |
| Tarife | Preis nach Angebot, die Anfrage startet auf der Preisseite mit der Zahl der Fahrzeuge oder Assets |
| Geeignet für | Flotten in Transport, Logistik und Bau |
| Website | samsara.com |
5. Teletrac Navman
Teletrac Navman bündelt seine Funktionen in der Plattform TN360. Laut Anbieter fließen dort Standortdaten, Wartung, Arbeitsabläufe und die Kommunikation mit dem Team unterwegs zusammen. Zu den genannten Funktionen gehören Fahrzeugortung in Echtzeit, digitale Abfahrtskontrollen mit Wartungsabläufen und Apps, die Disposition und Auftragsfortschritt verbinden.
Die Plattform ist laut Teletrac Navman für gemischte Flotten ausgelegt, bei der Hardware gibt es verschiedene Geräteoptionen. Über Integrationen lassen sich Daten an andere Systeme übergeben, auf der britischen Website werden unter anderem FleetCheck, MaxOptra und die Transport Exchange Group genannt. Preise stehen nicht auf den Produktseiten, für eine passende Lösung verweist der Anbieter auf einen Produkt-Konfigurator und eine Anfrage.
| Kostenlos/Test | Kein Gratis-Tarif ausgewiesen, Einstieg über Anfrage |
| Tarife | Zusammenstellung über den Produkt-Konfigurator der Website bzw. Angebot auf Anfrage |
| Geeignet für | Flotten mit unterschiedlichen Fahrzeug- und Antriebsarten |
| Website | teletracnavman.co.uk |
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Zwischen den Anbietern liegen die Unterschiede weniger in der Ortung selbst als im Drumherum. Vertragsmodell, Hardware und Schnittstellen entscheiden darüber, wie gut sich eine Lösung in deinen Betrieb einfügt.
- Gesamtkosten: Rechne Lizenz, Hardware, Einbau und Laufzeit zusammen. Ein niedriger Monatspreis kann sich bei 36 oder 60 Monaten Laufzeit anders darstellen als bei 12 Monaten.
- Hardware: Kläre, ob Geräte gekauft oder gemietet werden, wer sie einbaut und ob Ortung über die Fahrzeugdaten der Hersteller möglich ist.
- Gemischte Flotten: Transporter, Lkw, Pkw und Elektrofahrzeuge liefern unterschiedliche Daten. Prüfe, welche Werte die Software für jeden Fahrzeugtyp tatsächlich auswerten kann.
- Schnittstellen: Eine API oder fertige Integrationen zu Tankkarten, ERP, Tourenplanung oder Werkstattsoftware sparen später doppelte Dateneingaben.
- Sprache und Support: Frag nach, ob Oberfläche, App und Support auf Deutsch verfügbar sind. Das ist nicht bei allen Anbietern gleich.
Tipp: Formuliere vor der ersten Demo zwei oder drei konkrete Ziele, etwa weniger Leerlauf oder planbare Wartung, und lass dir genau diese Fälle zeigen. Welche Fragen du vorab klären solltest, beschreibt auch unser Beitrag Was Flottenmanagement-Software tatsächlich leistet.
Häufige Fehler bei der Einführung von Flottenmanagement-Software
Viele Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an der Vorbereitung. Diese Punkte solltest du im Blick behalten.
- Ohne Ziel starten: Wer nur „mehr Transparenz“ möchte, hat nach einigen Wochen ein Dashboard, das niemand öffnet. Lege fest, welche Kennzahlen du verbessern willst.
- Laufzeit unterschätzen: Mehrjährige Verträge binden dich an Hardware und Software. Lies die Konditionen zu Kündigung, Geräten und Preisanpassungen genau.
- Bestandsdaten vernachlässigen: Fahrzeugliste, Serviceintervalle und Kostenstellen müssen sauber angelegt sein, sonst stimmen Wartungserinnerungen und Auswertungen nicht.
- Schnittstellen zu spät prüfen: Fällt erst nach dem Rollout auf, dass Tankkarte oder ERP nicht angebunden werden können, bleibt viel Handarbeit.
- Team nicht einbinden: Disposition, Werkstatt und Fahrpersonal arbeiten täglich mit dem System. Frühe Information und eine kurze Schulung erleichtern den Start.
Fazit: Flottenmanagement-Software nach Schwerpunkt auswählen
Die fünf vorgestellten Anbieter für Flottenmanagement-Software setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Fleetio konzentriert sich auf Wartung und Werkstatt und holt Telematik-Daten über Integrationen. Motive, Samsara und Teletrac Navman bieten Plattformen, die Ortung, Wartung, Kraftstoff und Arbeitsabläufe zusammenführen. Quartix legt den Fokus auf Fahrzeugortung mit öffentlich ausgewiesenen Tarifen pro Fahrzeug.
Lass dir von zwei oder drei Anbietern eine Demo mit deinen eigenen Anwendungsfällen zeigen und vergleiche die Angebote über die gesamte Laufzeit. Wie sich ein Fuhrpark darüber hinaus organisieren lässt, liest du in unserem Beitrag zum effizienten Fuhrparkmanagement.
Häufige Fragen zur Flottenmanagement-Software
Was kostet eine Flottenmanagement-Software?
Das hängt vom Anbieter, vom Funktionsumfang und von der Flottengröße ab. Öffentliche Preise nennen in dieser Übersicht Fleetio mit 4 bis 10 US-$ pro Fahrzeug und Monat bei jährlicher Zahlung und Quartix mit 11,99 bis 15,99 € pro Fahrzeug und Monat in der Standardansicht der Preisseite, abhängig von der Vertragsdauer (Stand Oktober 2026). Bei den anderen Anbietern gibt es ein individuelles Angebot.
Brauche ich für Flottenmanagement eigene Hardware im Fahrzeug?
Für die Ortung meist ja, in Form eines Telematik-Geräts oder über die Fahrzeugdaten des Herstellers. Fleetio übernimmt laut Anbieter Daten aus angebundenen Telematik-Systemen.
Was ist der Unterschied zwischen Telematik und Flottenmanagement-Software?
Telematik bezeichnet die Erfassung und Übertragung von Fahrzeugdaten, etwa Position, Kilometerstand oder Fehlercodes. Die Flottenmanagement-Software wertet diese Daten aus und ergänzt sie um Wartungsplanung, Kostenübersichten und Arbeitsabläufe.
Eignet sich Flottenmanagement-Software auch für kleine Fuhrparks?
Ja, mehrere Anbieter richten sich ausdrücklich auch an kleinere Betriebe. Quartix nennt zum Beispiel Handwerks- und Servicebetriebe als typische Kunden, und Fleetio rechnet seine Beispielpreise für eine Flotte mit fünf Fahrzeugen.
Kann ich die Software vorher testen?
Fleetio bietet eine Testphase ohne Kreditkarte. Quartix ermöglicht nach einer Demo laut Anbieter eine kurze Testphase mit einem Fahrzeug, die übrigen Anbieter starten mit einer Demo oder Anfrage.
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