In unserer heutigen globalisierten Welt sind die meisten Produkte gleichzeitig auf mehrere Märkte ausgerichtet. Das betrifft neben Musik, Büchern und Filmen auch Spiele jedweder Art. Spätestens wenn ein Spiel in einem Land zum Verkaufsschlager wird, nehmen die Entwickler andere Länder oder direkt den gesamten Weltmarkt ins Visier.
Allerdings müssen dabei häufig Anpassungen vorgenommen werden, damit Spiele den regionalen gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Der Import von Spielen ist also selbst bei rein digitalen Produkten heute keineswegs geradlinig.
Regionale Gesetze und Limits als besondere Herausforderung
Eine der größten Herausforderungen für Spieleentwickler stellen regionale Gesetze dar, die eine gewisse Einschränkung mit sich bringen. Manchmal müssen daher Dinge aus Spielen entfernt werden, die eigentlich Teil des Originalpaketes sind. In Belgien beispielsweise ist der Kauf von Lootboxen in Videospielen seit einigen Jahren nicht mehr zulässig.
Wer also ein Spiel in Belgien veröffentlichen möchte, muss solche Elemente vorher entfernen. In diesem konkreten Fall liegt das vor allem daran, dass Belgien Lootboxen als Glücksspiel einstuft, welches entsprechend eine Lizenz benötigen würde, die in Belgien in der Form aber gar nicht vorgesehen ist.
Was echte Glücksspiele betrifft, ist aber nicht nur Belgien sehr streng. Auch in Deutschland müssen Anbieter strenge Auflagen erfüllen. Das betrifft tatsächlich jedes einzelne Spiel, welches auf den Online-Plattformen angeboten wird. Es gibt Einsatzlimits und damit indirekt auch Gewinnlimits.
Darüber hinaus dürfen auch nicht einfach beliebig Bonusangebote zur Verfügung gestellt werden. Gerade bei Bonusangeboten, für die echtes Geld eingezahlt werden muss, gibt es gesetzliche Grenzen. Ein Casino Bonus ohne Einzahlung hingegen ist problemlos zulässig, weshalb Spielotheken wie Novoline solche Angebote auch sehr gern bereitstellen.
Ausschlaggebend bei Limits in Spielen ist in der Tat in der Regel der Echtgeld-Faktor. Kostenlose Features sind deutlich flexibler reguliert als Angebote, für die Nutzer mit echtem Geld bezahlen müssen.
Übersetzung und Lokalisierung bei erfolgreichen Spielen
Viele Menschen gehen zunächst davon aus, dass ein Spiel für einen neuen Markt einfach nur übersetzt werden muss. Eine reine Übersetzung reicht nämlich längst nicht immer aus, damit ein Spiel in einem anderen Land genauso gut funktioniert wie im Ursprungsland. Entwickler und Übersetzer verbringen deshalb oft viele Wochen oder sogar Monate damit, Inhalte an den jeweiligen Zielmarkt anzupassen.
Ein gutes Beispiel dafür sind Wortspiele oder Redewendungen. Was in einer Sprache lustig oder besonders clever klingt, ergibt in einer anderen Sprache teilweise überhaupt keinen Sinn. Übersetzer müssen deshalb häufig nicht einzelne Wörter übertragen, sondern ganze Dialoge neu formulieren.
Das gilt übrigens auch für Witze, Anspielungen auf bekannte Persönlichkeiten oder Fernsehsendungen sowie kulturelle Besonderheiten, die außerhalb ihres Heimatlandes kaum jemand verstehen würde. Auch Datums- und Zeitformate unterscheiden sich von Land zu Land.
Währungen müssen angepasst werden und teilweise kommen sogar andere Maßeinheiten zum Einsatz. Manche Spiele erscheinen mit einer vollständigen Synchronisation, andere lediglich mit Untertiteln. Selbst Namen einzelner Figuren oder Orte werden manchmal geändert, weil sie in einer anderen Sprache eine ungewollte Bedeutung haben oder sich nur schwer aussprechen lassen.
Viele Spiele enthalten außerdem saisonale Events oder besondere Aktionen, die sich an Feiertagen orientieren. Weihnachten, Halloween oder nationale Feiertage spielen jedoch nicht überall dieselbe Rolle. Entwickler entscheiden sich deshalb teilweise für eigene Events oder verändern bestehende Inhalte für einzelne Regionen.
Auch Farben, Symbole oder Handgesten können in verschiedenen Kulturen unterschiedlich wahrgenommen werden und werden deshalb manchmal angepasst. Je erfolgreicher ein Spiel wird, desto mehr verschiedene Versionen entstehen am Ende. Nach außen sehen diese oft nahezu identisch aus.
Im Hintergrund unterscheiden sie sich allerdings an vielen kleinen Stellen. Jede dieser Versionen muss gepflegt, getestet und mit neuen Updates versorgt werden. Genau deshalb ist der Import erfolgreicher Spiele heute deutlich aufwendiger, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.
Logistik hinter internationalen Spieleveröffentlichungen
Auch wenn heute viele Spiele ausschließlich als Download erhältlich sind, spielen physische Datenträger noch immer eine wichtige Rolle. Vor allem bei großen Konsolenveröffentlichungen erscheinen nach wie vor Millionen von Exemplaren auf Blu-ray oder Spielmodulen.
Für Publisher beginnt damit ein logistischer Aufwand, der weit über die eigentliche Spieleentwicklung hinausgeht. Sogar die Verpackungen unterscheiden sich von Land zu Land. Texte auf der Rückseite werden übersetzt, Alterskennzeichen wie USK oder PEGI müssen korrekt aufgedruckt werden und teilweise unterscheiden sich auch rechtliche Hinweise oder Garantiebedingungen.
In einigen Märkten liegen zusätzlich gedruckte Beileger oder Gutscheincodes bei, während sie in anderen Ländern vollständig entfallen. Ist die Produktion abgeschlossen, müssen die verschiedenen Versionen rechtzeitig in die jeweiligen Zielländer transportiert werden. Händler erwarten ihre Lieferungen häufig schon einige Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart, damit die Spiele pünktlich in den Regalen stehen.
Publisher planen deshalb oft lange im Voraus, welche Stückzahlen in welches Land verschickt werden und wo zusätzliche Reserven sinnvoll sind. Verkauft sich ein Spiel deutlich besser als erwartet, müssen teilweise kurzfristig weitere Exemplare produziert und ausgeliefert werden.
Nicht zuletzt spielt auch die Lagerhaltung eine wichtige Rolle. Zu viele produzierte Exemplare verursachen unnötige Kosten, während eine zu geringe Auflage schnell zu leeren Regalen führen kann. Der internationale Erfolg eines Spiels hängt deshalb nicht nur von der Qualität des Titels selbst ab, sondern eben auch davon, ob Produktion, Transport und Vertrieb über viele verschiedene Märkte hinweg zuverlässig funktionieren.
Internationale Veröffentlichung als wirtschaftliche Chance
Der Aufwand hinter einer internationalen Spieleveröffentlichung ist enorm. Übersetzungen, rechtliche Anpassungen, unterschiedliche Spielversionen sowie Produktion und Logistik verursachen schließlich zusätzliche Kosten. Trotzdem entscheiden sich viele Publisher bewusst für diesen Weg, weil sich erfolgreiche Spiele auf einem einzelnen Markt oft gar nicht vollständig refinanzieren lassen.
Vor allem größere Produktionen verschlingen heute Entwicklungskosten in Millionenhöhe. Je mehr Länder gleichzeitig erschlossen werden können, desto größer wird auch die potenzielle Zielgruppe. Jeder zusätzliche Markt bietet die Chance auf weitere Verkäufe und damit auch auf höhere Einnahmen.
Deswegen wird schon während der Entwicklung häufig berücksichtigt, dass ein Spiel später möglichst unkompliziert für weitere Länder angepasst werden kann. Auch die Lebensdauer eines Spiels lässt sich auf diese Weise verlängern. Erscheint ein Titel nach und nach in neuen Regionen oder auf weiteren Plattformen, rückt er meist erneut in den Fokus der Öffentlichkeit.
Neue Spieler entdecken den Titel, während bestehende Communities weiter wachsen. Für Publisher lohnt sich der zusätzliche Aufwand deshalb häufig gleich mehrfach. Der Import von Spielen ist heute also weit mehr als der reine Vertrieb eines fertigen Produkts.
