Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Lieferantenbewertung misst die Leistung von Lieferanten anhand objektiver Kriterien.
- Typische Kriterien sind Qualität, Termintreue, Preis, Kommunikation und Nachhaltigkeit.
- Mit einer Scorecard und Gewichtung werden die Kriterien vergleichbar gemacht.
- Ziel ist nicht nur Auswahl, sondern kontinuierliche Entwicklung der Lieferantenbasis.
- Die Bewertung sollte regelmäßig und transparent erfolgen.
Lieferanten sind ein entscheidender Teil der eigenen Wertschöpfung. Wer sie nur nach dem Preis auswählt, übersieht Risiken bei Qualität und Termintreue. Eine strukturierte Lieferantenbewertung macht die Leistung messbar, schafft eine faire Vergleichsbasis und hilft, die Zusammenarbeit gezielt zu verbessern.
Die Bewertung ist ein Baustein des Einkaufs und der Lean-Procurement-Ansätze. Sie unterstützt zugleich die Anforderungen aus dem Lieferkettengesetz und stärkt die Resilienz der Lieferkette.
Wichtige Bewertungskriterien
| Kriterium | Was gemessen wird |
|---|---|
| Qualität | Reklamationsquote, Fehlerraten, Einhaltung von Spezifikationen |
| Termintreue | Anteil pünktlicher und vollständiger Lieferungen |
| Preis und Kosten | Preisniveau, Preisstabilität, Gesamtkosten der Beschaffung |
| Kommunikation | Erreichbarkeit, Reaktionszeit, Transparenz bei Problemen |
| Nachhaltigkeit | Umwelt- und Sozialstandards, Zertifikate, Nachweise |
Bewertung mit einer Scorecard
Damit unterschiedliche Kriterien vergleichbar werden, bündelt man sie in einer Scorecard. Jedes Kriterium wird bewertet und gewichtet, das Ergebnis ergibt eine Gesamtnote.
Kriterien festlegen
Die für das eigene Geschäft relevanten Kriterien auswählen.
Gewichtung vergeben
Wichtigeren Kriterien wie Qualität ein höheres Gewicht geben.
Daten erfassen
Bewertungen aus harten Kennzahlen und, wo nötig, aus Einschätzungen ableiten.
Gesamtnote bilden
Gewichtete Einzelnoten zu einer vergleichbaren Gesamtbewertung zusammenführen.
So führen Sie die Bewertung ein
Festlegen, ob es um Auswahl, Überwachung oder Entwicklung der Lieferanten geht.
Relevante Kriterien wählen und nach Bedeutung gewichten.
Kennzahlen aus Wareneingang, Reklamationen und Einkauf zusammenführen.
Lieferanten bewerten und in Klassen einteilen, etwa A-, B- und C-Lieferanten.
Ergebnisse mit den Lieferanten besprechen und Maßnahmen zur Verbesserung vereinbaren.

Häufige Fehler bei der Lieferantenbewertung
Das solltest du vermeiden
- Nur der Preis zählt: Qualität und Termintreue bleiben so außen vor und erzeugen versteckte Kosten.
- Keine Gewichtung: ohne Gewichte werden unwichtige und wichtige Kriterien gleich behandelt.
- Weiche Bauchentscheidung: ohne belastbare Kennzahlen wird die Bewertung willkürlich.
- Einmalige Momentaufnahme: ohne regelmäßige Wiederholung veraltet das Bild schnell.
- Kein Feedback: ohne Rückmeldung an die Lieferanten bleibt Verbesserung aus.
Fazit
Eine strukturierte Lieferantenbewertung macht die Leistung der Lieferanten messbar und vergleichbar. Mit klar definierten, gewichteten Kriterien und einer Scorecard entsteht eine faire Grundlage für Auswahl, Überwachung und Entwicklung. Wichtig ist, harte Kennzahlen zu nutzen, regelmäßig zu bewerten und die Ergebnisse mit den Lieferanten zu besprechen. So wird aus der Bewertung ein Werkzeug, das die gesamte Lieferkette stärkt.
Häufige Fragen zur Lieferantenbewertung
Was ist eine Lieferantenbewertung?
Die Lieferantenbewertung misst und vergleicht die Leistung von Lieferanten anhand objektiver Kriterien wie Qualität, Termintreue, Preis, Kommunikation und Nachhaltigkeit. Sie dient der Auswahl, Überwachung und Entwicklung der Lieferantenbasis.
Welche Kriterien gehören in die Lieferantenbewertung?
Üblich sind Qualität, Termintreue, Preis und Kosten, Kommunikation sowie Nachhaltigkeit. Welche Kriterien wie stark gewichtet werden, hängt von den Zielen und der Branche des Unternehmens ab.
Wie funktioniert eine Lieferanten-Scorecard?
In einer Scorecard werden die Kriterien einzeln bewertet und gewichtet. Aus den gewichteten Einzelnoten entsteht eine Gesamtbewertung, die Lieferanten vergleichbar macht und eine Einteilung in Klassen erlaubt.
Wie oft sollte man Lieferanten bewerten?
Regelmäßig, etwa jährlich oder quartalsweise, je nach Bedeutung des Lieferanten. Eine einmalige Bewertung veraltet schnell. Wichtige Lieferanten werden häufiger und genauer betrachtet.
Warum sollte man nicht nur den Preis bewerten?
Weil der günstigste Lieferant nicht der wirtschaftlichste sein muss. Schlechte Qualität und unpünktliche Lieferungen verursachen Folgekosten, die den Preisvorteil schnell aufzehren.
Was bringt die Lieferantenbewertung dem Unternehmen?
Sie senkt Risiken, verbessert die Qualität der Lieferkette und schafft eine faire Basis für Verhandlungen und Entwicklung. Zudem unterstützt sie Anforderungen aus dem Lieferkettengesetz und stärkt die Resilienz.
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