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Autor: Logistik Journal Redaktion
Leere Laderampen, stehende Lkw und verzögerte Lieferketten sind längst keine reinen Krisensymptome mehr, sondern für viele Speditionen und Logistikdienstleister bittere Realität. Der Mangel an qualifiziertem Personal trifft die Branche härter als die meisten anderen Wirtschaftszweige, da hier der demografische Wandel auf ein stetig wachsendes Sendungsvolumen prallt. Wer heute noch glaubt, dass sich das Problem mit einer klassischen Stellenanzeige und etwas Geduld von selbst löst, riskiert mittelfristig die Handlungsfähigkeit seines Unternehmens. Das Wichtigste in Kürze Der Personalmangel ist strukturell bedingt und wird sich durch den Renteneintritt der Babyboomer-Generation in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Erfolgreiche Gegenstrategien kombinieren technologische Entlastung, niederschwellige Recruiting-Prozesse…
Für Logistikunternehmen, Speditionen und Handwerksbetriebe ist das Jahr 2025 das erste vollständige Kalenderjahr, in dem die tiefgreifenden Änderungen der LKW-Maut voll durchschlagen. Die Zeiten, in denen lediglich das Gewicht und die Anzahl der Achsen den Preis bestimmten, sind vorbei; mittlerweile hat sich die Maut zu einem komplexen Instrument der Klimapolitik gewandelt. Wer seine Flotte nicht präzise analysiert und die administrativen Hürden unterschätzt, riskiert massive Kostensteigerungen, die weit über die reinen Kilometergebühren hinausgehen. Das Wichtigste in Kürze CO2-Aufschlag dominiert: Die Einordnung in CO2-Emissionsklassen (1 bis 5) ist der größte Hebel für die Mauthöhe; ohne Nachweis landen Fahrzeuge automatisch in der teuersten…
Die Logistikbranche steht unter permanentem Druck: Steigende Frachtkosten, Fahrermangel und der Anspruch der Kunden auf Echtzeit-Transparenz zwingen Unternehmen zum Handeln. Wer heute noch komplexe Tourenpläne in Excel-Tabellen pflegt oder Frachtrechnungen manuell prüft, verliert nicht nur Zeit, sondern bares Geld. Ein Transport Management System (TMS) verspricht Abhilfe, doch der Markt ist unübersichtlich und die Spanne reicht von einfachen Cloud-Tools bis hin zu mächtigen Enterprise-Lösungen. Die falsche Wahl kann Prozesse eher lähmen als beschleunigen, weshalb eine fundierte Bedarfsanalyse vor der ersten Software-Demo stehen muss. Das Wichtigste in Kürze Zielgruppe klären: Verlader benötigen Funktionen für Frachteinkauf und Rechnungsprüfung, während Spediteure den Fokus auf…
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) klingt zunächst nach einem bürokratischen Ungetüm, das nur Großkonzerne betrifft. Doch die Realität im Mittelstand sieht anders aus: Plötzlich landen umfangreiche Fragebögen von Kunden im Posteingang, Vertragszusätze fordern Garantien zu Menschenrechten, und der Einkauf soll Lieferanten am anderen Ende der Welt durchleuchten. Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) rutschen durch die Hintertür in die Haftung, ohne direkt vom Gesetz adressiert zu sein. Das Wichtigste in Kürze Indirekte Betroffenheit: Auch wenn Sie weniger als 1.000 Mitarbeitende haben, geben Großkunden ihre gesetzlichen Pflichten vertraglich an Sie weiter. Bemühen statt Garantie: Das Gesetz fordert keine garantiert saubere Lieferkette, sondern nachweisbare…
In der Sendungsverfolgung von DHL taucht bei vielen Empfängern plötzlich ein Absender auf, den sie nie beauftragt haben: „ISE Return Infinite“. Das Wort „Return“ weckt sofort den Verdacht einer Rücksendung, der Rest klingt nach Systemfehler. Dahinter steckt jedoch kein technisches Problem und kein Buchungstext, sondern ein typisches Phänomen der grenzüberschreitenden E-Commerce-Logistik aus Fernost. Das Wichtigste in Kürze Was bedeutet „ISE Return Infinite“? „ISE Return Infinite“ ist der Name, der im Feld „Absender“ der Sendungsverfolgung angezeigt wird. DHL vergibt diese Bezeichnung nicht selbst, sondern übernimmt die Daten so, wie sie beim Einspeisen der Sendung hinterlegt wurden. Es handelt sich also um…
Wer im E-Commerce erfolgreich sein will, schaut oft zuerst auf den Umsatz und die Conversion Rate. Doch in den Lagerhallen und Finanzabteilungen vieler Onlinehändler zeigt sich ein anderes Bild: Die Retoure ist der stille Margenkiller. In Branchen wie Fashion sind Rücksendequoten von bis zu 50 Prozent keine Seltenheit, sondern kalkulierte Realität: Laut einer EHI-Studie (2025) liegt die Retourenquote bei fast jedem vierten befragten Modehändler zwischen 36 und 50 Prozent, bei jedem achten sogar darüber. Das Problem dabei ist nicht nur der entgangene Umsatz, sondern vor allem die Prozesskosten, die eine Rücksendung verursacht. Ein retournierter Artikel durchläuft oft einen aufwendigeren Weg…
Der Fachkräftemangel auf dem Staplersitz und steigende Lohnkosten zwingen Logistikleiter und Geschäftsführer dazu, über Alternativen nachzudenken. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) versprechen Abhilfe: Sie arbeiten rund um die Uhr, melden sich nicht krank und verursachen seltener Anfahrschäden. Doch der Blick auf das initiale Investitionsvolumen sorgt oft für Ernüchterung. Wer die Rentabilität einer Automatisierungslösung bewerten will, darf nicht nur den Preis des Fahrzeugs gegen das Jahresgehalt eines Staplerfahrers rechnen. Eine realistische Betrachtung der „Total Cost of Ownership“ (TCO) erfordert eine tiefere Analyse von Infrastruktur, IT-Integration und Prozessanpassungen. Das Wichtigste in Kürze Schichtmodell als Hauptfaktor: Die Amortisation beschleunigt sich drastisch im Zwei- oder Dreischichtbetrieb,…
Wer Waren über Grenzen hinweg bewegt, verlässt sich selten auf Handschlagqualitäten allein. Im internationalen, aber auch im nationalen Handel bilden die Incoterms (International Commercial Terms) das Rückgrat der Vertragsgestaltung. Seit dem 1. Januar 2020 gelten die aktualisierten Regeln der Internationalen Handelskammer (ICC). Für Logistikleiter und Einkäufer sind diese drei Buchstaben weit mehr als juristische Feinheiten: Sie definieren exakt, wer den Frachtraum bucht, wer die Versicherung zahlt und – vielleicht am wichtigsten – an welchem geografischen Punkt das Risiko für Verlust oder Beschädigung vom Verkäufer auf den Käufer übergeht. Ein falscher Term in der Bestellung kann im Schadensfall oder bei der…
Wer heute ein Lagerverwaltungssystem (LVS) oder international Warehouse Management System (WMS) auswählt, steht oft vor einem klassischen Zielkonflikt: Auf der einen Seite locken hochkomplexe Suiten, die jeden denkbaren Sonderprozess abdecken können, aber in der Einführung Jahre dauern und das Budget sprengen. Auf der anderen Seite stehen schlanke Cloud-Lösungen, die schnell live sind, aber bei spezifischen Branchenanforderungen – etwa Chargenrückverfolgung oder Gefahrguthandling – an ihre Grenzen stoßen. Die Entscheidung für eine Software ist daher nie nur eine technische Frage, sondern eine strategische Weichenstellung für Ihre Lieferfähigkeit in den nächsten zehn Jahren. Das Wichtigste in Kürze Ein WMS darf nicht isoliert betrachtet…
Die Transport- und Logistikbranche steht vor der größten Transformationsaufgabe ihrer Geschichte. Der europäische „Green Deal“ und nationale Klimaschutzgesetze zwingen Hersteller von Schienenfahrzeugen, Nutzfahrzeugen und Containern dazu, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen drastisch zu senken. Während bei Antrieben (Wasserstoff, Batterie) oft technologische Grenzen erreicht werden, rückt ein anderer Hebel in den Fokus der Ingenieure: der Leichtbau. Lange Zeit waren Stahl und Aluminium die unangefochtenen Werkstoffe im Fahrzeugbau. Doch sie stoßen an physikalische und ökonomische Grenzen. Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) entwickelt sich von einem Nischenmaterial für Verkleidungen zu einem strukturellen Werkstoff, der Metall in immer mehr Bereichen verdrängt. Die Gründe hierfür liegen nicht…